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Kultur auf Föhr

Die Lembecksburg ist eine Ringwallanlage in der Nähe des Ortes Borgsum auf der nordfriesischen Insel Föhr

Die Anlage der Lembecksburg befindet sich in der Marsch nordwestlich von Borgsum und ist kreisförmig errichtet. Der Durchmesser beträgt ca. 95 Meter und die Höhe wird mit acht bis zehn Metern angegeben. An der Südseite der Ringwallanlage befindet sich der Zugang. Außer durch den markanten Wall, der aller Wahrscheinlichkeit mit Holzpalisaden bestückt war, wurde die Lembecksburg durch ein Sumpfgebiet zur Nordseite und einen Burggraben geschützt.

Bei Ausgrabungen in den 1950er Jahren wurden Keramikscherben aus der Eisenzeit gefunden, was darauf hindeutet, dass schon vor den Friesen, die das Gebiet der Insel Föhr etwa im 7. Jahrhundert in Besitz nahmen, Menschen im Bereich der heutigen Inseln gelebt haben. Die Lembecksburg stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Wikinger. Die Ausgrabungen haben bisher nur einen so kleinen Abschnitt der Befestigungen freigelegt, so dass über die innere Bebauung und die Wallkonstruktion nur spärliche Auskünfte gegeben werden können. In der Lembecksburg hat man in einem Abschnitt wenigstens die Reste von vier radial angeordneten einfachen Sodenwandhäusern entdeckt, die nahe am Wallfuß lagen und deren Giebeltüren sich auf einen gepflasterten Weg öffneten.
Die radiale Anordnung der Häuser scheint nicht in allen Perioden üblich gewesen zu sein, obgleich die im Schutz des Walles gelegene Randzone der Burg wahrscheinlich von Anfang an bebaut war. Die Häuser besaßen hölzerne Dächer und neben den Häusern befand sich ein Brunnen zur Wasserversorgung. Aufgrund einer Neudatierung der Archsumburg auf der Insel Sylt, die bis Ende 1970er Jahre als mittelalterlich angesehen wurde, vermutete der Prähistoriker Gerhard Mildenberger, dass eventuell auch die Lembecksburg mit ihren radial angeordneten Häusern und die Sylter Tinnumburg in die römische Kaiserzeit eingeordnet werden müssen.

Beschreibung der Lembecksburg durch das LVF
Die geborgene Keramik gehört zur Nordseegruppe. Doch wurde auch „Pingsdorfware“ als Import geborgen. Die Fundmenge ist nicht umfangreich. Die Metallfunde und die Gegenstände aus anderem Material sind atypisch.

Ein typologischer Zusammenhang der Burgform besteht mit den Regionen der südlichen Nordseeküste. Vielleicht waren die Inseln ein Teil von Göttriks Reich, von dem nur die Südgrenze am Danewerk fassbar ist. Er wird keine unbekannte Burgenform auf den Inseln eingeführt haben. Anlagen dieser Art sind in Dänemark nicht anzutreffen. Es gab im 9. Jahrhundert politische Verbindungen zwischen der nordfriesischen Küste und Friesland. Die Fuldaer Annalen berichten, dass der Normanne Rorik zugleich karolingischer Lehnsmann in Friesland und dänischer Lehnsmann im Land „zwischen Eider und dem Meer“ gewesen sei. Der Burgwall entwickelte sich, wie die meisten niederdeutschen Burgen des Mittelalters, nicht zu einer Siedlung.

Der Name der Burg soll auf den Ritter Klaus Lembeck (dänisch: Claus Limbek) zurückgehen. Dieser lebte im 14. Jahrhundert und war einer der Hauptleute der Opposition gegen König Waldemar IV. von Dänemark. Ein Heer Waldemars belagerte Lembeck angeblich in dieser Burg. Nachdem sich die Friesen von Föhr und den anderen Inseln dem König angeschlossen hatten, war Lembeck gezwungen zu fliehen. Anderen Quellen zufolge setzte Klaus Lembeck, der die Burg Törning (dänisch: Tørning) bei Hadersleben (dänisch: Haderslev) bewohnte und die Troyburg (dänisch: Trøjborg) bei Tondern besaß, jedoch nie einen Fuß auf Föhr.

Der obere Text stammt teilweise aus den Informationen von Wikipedia und bedarf noch einer Überarbeitung.

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