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Kultur auf Föhr

Sturmfluten haben seit vielen Jahrhunderten das Leben an den Küstenregionen der Nordsee und Ostsee geprägt. Hier möchte ich Ihnen einige der wichtigsten Sturmfluten dokumentieren.
Vorab eine kurze Einleitung: Sturmfluten werden vor allem vom Wind hervorgerufen. In ungünstigen Fällen werden die Sturmfluten von astronomischen Konstellationen verstärkt. Je nach Windrichtung und der Lage im Luv und Lee kann die Höhe derselben Sturmflut in den Bereichen der deutschen Bucht sehr unterschiedlich sein. Ähnlich wie auch der Tidenhub nimmt die Sturmfluthöhe zur Küste hin und in den Flußmündungen Landeinwärts durch die Stauwirkung deutlich zu. Mit der zunehmenden Bedeichung und Eindeichung, und der in jüngster Zeit durch das absperren aller Nebenflüsse von Elbe, Weser und Ems, ist der Anstieg des Sturmflutpegels durch die Einengung oder gänzliches Fehlen von Überflutungsflächen erheblich verstärkt worden.
Die größten mittelalterlichen Sturmfluten wirkten sich teilweise verheerend auf die Küstenregionen aus, was auch in vielen historischen Quellen festgehalten worden ist.
Im folgenden finden Sie die wichtigsten Sturmfluten seit dem 12. Jahrhundert mit Name und Datum.

340 nach Christus
hier gab es die sogenannte Cimbrische Flut, nähere Informationen liege dazu nicht vor.

Julianenflut am 17.02.1164

gehört laut Überlieferung zur ersten großen Sturmflut seit Beginn des Deichbau. Im Küstenbereich um die Wesermündung war ca. 12 Meilen landeinwärts alles überflutet. Auch in der nordfriesischen Küstenregion gab es schwerste Verwüstungen. Laut Chroniken verloren ca. 20.000 Menschen Ihr Leben. Durch diese Sturmflut entstand der Jadebusen.

Sturmflut im Jahr 1287
bei dieser Sturmflut soll der sogenannte Dollart entstanden sein, weiter Infromationen liegen nicht vor.

Marcellusflut am 16.01.1362
Diese Sturmflut wird als "Grode Mandrenke" bezeichnet und gehört zu den verheerendsten Sturmfluten der Jahrhunderte. In der nordfriesischen Küstenregion sind weite Landfläschen über Nacht untergegangen, wie z.B. der sagenumwognene Ort Rungholt und sieben weitere Kirchspiele verschwanden mit Mann und Maus über Naccht in der Nordsee. Im gesamten Nordseebereich sollen laut Überlieferung zwischen 160.000 bis 200.000 Menschen das Leben verloren haben.
Diese Sturmflut erschuf die Insel und Halligwelt in Nordfriesland neu und es entstanden die heutigen nordfriesischen Inseln.

Friesenflut um ca. 1400
auch hierzu liegen keine Informationen vor.

Gallische Fluten von 1434 bis 1501
in dieser Zeit ereigneten sich insgesamt sechs große Sturmfluten von denen keine weiterén Informationen vorliegen. Man sprach von den sechs gallischen Fluten.

Cosmasflut am 28.09.1509
In Ostfriesland wurde der bis dahin höchste Wasserstand gemessen. Die Sturmflut zerstörte den um 1454 erbauten Dollartdeiches.
Die ostfriesischen Dörfer Nesse und Torum gingen in den Fluten unter. Eine detailierte Überlieferung menschlicher Verluste ist nicht bekannt, jedoch ist die Rede von großen Menschenverlusten.

Allerheiligenflut am 02.11.1532
Im ostfriesischen Küstenbereich wurden die Dörfer Osterbur und Ostbense stark zerstört. Die Insel Nordstrand im nordfriesischen Küstenbereich wurde gänzlich überflutet und die Chroniken sprechen von ca. 1.500 Toten, wovon allein schon im Küstengebiet von Eiderstedt ca 1.100 Menschen ertranken.

Kornflut im Jahr 1572
dazu gibt es keine weiteren Informationen

Oktoberflut am 11.10.1634
Diese Sturmflut wütete hauptsächlich in der nordfriesischen Küstenregion und man sricht von der "zweiten groden Mandrenke"
Das nordfriesische Küstengebiet Strand löste sich in einzelne Bestandteile auf und große Landflächen verschwanden dabei im Meer.
Übrig blieben die heutige Halbinsel Nordstrand, die Insel Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor. Diese Sturmflut kostete ca. 6.400 Menschen und ca. 50.000 Stück Vieh das Leben. Insgesamt soll diese Sturmflut im gesamten nordfriesischen Küstenbereich ca. 10.000 Menschenleben gefordert haben.

Weihnachtsflut am 24.12.1717
Diese Sturmflut verursachte die bis dahin schwersten Schäden an den nordfriesischen Deichen. Die ungeheuerlichen Überschwemmungen verursachten nicht nur Verwüstungen in der Küstenregion, sondern auch Inseldurchbrüche auf den ostfriesischen Inseln Juist, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog. Laut Überlieferungen sollen dabei ca. 12.000 Menschen das Leben verloren haben.

Februarflut vom 03. zum 04.02.1825
Die Sturmflut erreichte den bisher höchsten je gemessenen Wasserstand in Nordfriesland. Viele Deichanlagen wurden stark beschädigt und es gab unzählige Deichdurchbrüche. Dabei entstanden schwere Schäden auf den Inseln Nordstrand, Pellworm, Föhr und den Halligen. Schwere Landverluste musste die Insel Sylt in Kauf nehmen, am Roten Kliff wurden ca. 20 Meter und bei den dünen wurden ca. 40 Meter abgerissen und ins Meer gespühlt. In Dänemark brach die Sturmflut bim zum Limfjord durch, wodurch der nördliche Teil Jütlands abgetrennt wurde und zur Insel wurde. Insgesammt ertranken bei der Sturmflut ca. 800 Menschen.

Hollandflut vom 01.02.1953
Diesmal war hauptsächlich die niederländische Küste stark betroffen. Es kam zu vielen Deichdurchbrüchen in Zeeland, Brabant und Zuidholland, sowie die Inseln Goerre-Overflakke, Schouwen-Duiveland und das Tiefland in Ostbrabant wurden überschwemmt. Ca 150.000 Hektar fruchtbares Ackerland wurden unbrauchbar, was eine Versorgungsnotlage auslöste. Dabei kamen ca. 600.000 Menschen in einen Versorgungsengpaß und 72.000 Holländer mussten evakuiert werden und ca. 1.800 Menschen verloren Ihr Leben. Auch in England lief die Themse so stark über, dass ca. 300 Menschen ertranken.

Hamburgflut vom 16. zum 17.02.1962
Diese Sturmflut überschwemmte die gesamte deutsche Nordseeküste und verursachte auf der ganzen Küstenlinie schwere Schäden an den Deichanlagen bis hin zu zahlreichen Deichdurchbrüchen, was hauptsächlich die ostfriesischen Inseln betraf. In der Hansestadt Bremen lief das Wasser bis in die Innenstadt vor. In der Hansestadt Hamburg wurden mehere Wohngebiete wegen der Deichdurchbrüche so stark überflutet, dass dort über 300 Menschen ums Leben kamen.

1. Januarflut vom 03.01.1976
Höchster bisher gemesserer Wasserstand an der Nordseeküste östlich der Wesermündung. Dabei kam es hauptsächlich zu vielen Deichdurchbrüchen im Bereich der Elbe.

2. Januarflut vom 21.01.1976
Hauptsächlich traf es die Elbe und den Bereich der Hansestadt Hamburg, wo einige Industrie und Lagerhallen überflutet wurden. In Dänemark hat man die Gegend von und mit Tondern und Ribe evakuiert.

Novemberflut vom 24.11.1981
Es gab bei dieser Strumflut wieder starke Schäden an den Deichanlagen und Deichdurchbrüche auf den dänischen Inseln Römé und Mandö. Auf der Nordseeinsel Sylt kam es zu Lnadverlusten an der Westküste und auch der Hindenburgdamm wurde stark beschädigt. Auf Sylt fehlten nach der Sturmflut ca. 2 Millionen m³ Sand.

Wie man also sieht, verändern Sturmfluten im Laufe der Jahrhunderte den Küstenverlauf und die Landflächen in den Küstenregionen so stark, dass sich der Verlauf der Küstenlinie immer wieder verändert.

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