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Juist ist eine der Ostfriesischen Inseln am Wattenrand der südlichen Nordsee, zwischen Borkum (westl.), Memmert (südwestl.) und Norderney (östl.) gelegen. Die Insel ist 17 km lang und (gezeitenabhängig) teilweise nur 500 m breit. Auf der Insel gibt es zwei Orte: den Hauptort Juist (auch Dorf oder Ostdorf genannt) und das Loog.
Der Name der Insel stammt vermutlich vom Wort güst = karg, unfruchtbar, was die Insel auch eine lange Zeit tatsächlich war. Für die Insel wird von der Tourismuswirtschaft und durch Urlauber häufig die Umschreibung Längste oder Schönste Sandbank der Welt verwendet. Die seit den 1990er Jahren von der Kurverwaltung vermarktete Bezeichnung „Töwerland“ wird zwar von dieser mit „Zauberland“ übersetzt, hat jedoch einen anderen Ursprung: Töwer bedeutete im Altplattdeutschen Hexe. Juist erhielt diesen Namen, weil hier im Jahre 1590 drei Juisterinnen der Hexerei beschuldigt und an einem Tag verbrannt wurden.
Die Insel entstand, als die Allerheiligenflut von 1170 die 45 km lange und 25 km breite Insel Bant vor der Emsmündung in mehrere Teile zerriss, aus denen die Inseln Borkyn (Borkum), Juist, Buise (im 17. Jahrhundert untergegangen) und Oesterende (heute Norderney) entstanden. Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung von Juist bereits um 1400 in der ausgehenden Häuptlingszeit schließen. Darauf deutete der Fund eines Schweinekopfes 2002 in einem alten Brunnenloch am Strand, der auf etwa 1400 datiert wurde. Laut einer Beschreibung durch Henricus Ubbius von 1530 soll es 23 Häuser und eine wilde Pferderasse gegeben haben. Auch sei viel Acker-
Schwere Zerstörungen richtete die Allerheiligenflut 1570 an. Die Petriflut von 1651 unterspülte die Fundamente der Inselkirche, die 1662 einstürzte. Etwa 700 m weiter östlich wurde eine neue Kirche erbaut. Das Zerstörungswerk des Meeres verringerte die landwirtschaftliche Nutzfläche, und im 17. Jahrhundert konnten die Inselbewohner die Abgaben an den Grafen als Eigentümer kaum mehr aufbringen. Die Insel war in dieser Zeit als Folge der Petriflut bereits zweigeteilt. Die Fastnachtsflut von 1715 und die Weihnachtsflut 1717 sorgten für weitere Zerstörungen des Dorfes und der Kirche. Die Sturmflut 1717 beschädigte 18 Häuser, und 28 Menschen ertranken in 9 zerstörten Häusern. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 4 Gotteshäuser errichtet und vernichtet worden (siehe dazu Inselkirchen Juist). 1779 wurde am Ostende ein neues Dorf mit der fünften Kirche errichtet.