Insel Föhr und Inselrundfahrten auf Föhr mit dem Friesenexpress Föhr

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Insel-Langeoog

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Langeoog (friesisch lange = lange, oog = Insel, also lange Insel, was die Inselform gut beschreibt) ist eine deutsche Insel in der Nordsee und gehört zu den Ostfriesischen Inseln vor der Küste Ostfrieslands. Nachbarinseln sind Spiekeroog im Osten und Baltrum im Westen.
Langeoog hat eine Fläche von ca. 20 km² und einen ca. 14 Kilometer langen Sandstrand. Dem Strand schließt sich eine Dünenlandschaft mit bis zu 20 Meter hohen Dünen an. Höchste Erhebung ist die Melkhörndüne mit etwas mehr als 20 Metern, die lange auch die höchste natürliche Erhebung Ostfrieslands war. Auf der Insel gibt es einen kleinen Wald, in dem sich ein Fitnesspfad sowie Wander- und Reitwege befinden. Obwohl Langeoog vom Salzwasser der Nordsee umgeben ist, befindet sich im Inselkern ein Süßwasservorkommen, das je nach Dünenhöhe unterschiedlich groß ist. Unter den Dünen Langeoogs hat sich im Pirolatal eine mächtige Süßwasserlinse gebildet, die aber seit mehreren Jahren stark gefährdet ist, da die Sturmfluten im Winter die Schutzdünen nördlich des Pirolatals immer mehr abbrechen lassen.

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Die Ostfriesland vorgelagerten Inseln waren nicht wie die Nordfriesischen Inseln mit dem Festland verbunden. Vor etwa 10.000 Jahren hat sich das Festland noch weit in die Nordsee hinein bis zur Doggerbank und zur englischen Küste ausgedehnt. Danach begann – als Folge der Eisschmelze nach der letzten Eiszeit und des dadurch bedingten Anstiegs des Meeresniveaus – eine Überflutung des Gebietes, welches die heutige Deutsche Bucht bildet. Durch das Zusammenspiel von Strömung, Wasser und Wind lagerte sich Sand ab, der im Laufe der nächsten Jahrtausende zu Sandbänken anwuchs. Die Sandbänke, die auch bei Flut nicht mehr überschwemmt wurden (siehe Kachelotplate) bildeten den idealen Boden für diverse Pflanzen, welche mit ihren Wurzeln als Bodenbefestiger fungierten. Dieser Bewuchs erleichterte die Bildung von Dünen und ermöglichte so das Wachstum der Insel.

Die erste überlieferte Erwähnung der Ostfriesischen Inseln findet man bei Strabon, einem griechischen Historiker und Geographen in römischen Diensten. Berichtet wird von der Besetzung einer Insel nahe der Emsmündung namens Burchana durch Drusus. Auch Plinius der Ältere berichtet über Borcana.

Bei Aufzeichnungen zu den Kreuzzügen werden Borkum, Juist, Memmert, Buise und Bant erwähnt. 1227 sammelte sich vor diesen Inseln eine Flotte ostfriesischer Kreuzfahrer zum fünften Kreuzzug. 1229 konnte sich der Staufer Friedrich II. mit Hilfe dieser Flotte zum König von Jerusalem krönen lassen.

Zu dieser Zeit muss auch Langeoog bereits besiedelt worden sein, denn das Ostfriesische Urkundenbuch verzeichnet einen Mord im Hafen Ackumhe (Accumer Ee). Er ist noch heute der Name des Seegatts zwischen Baltrum und Langeoog. Die Namensanalogie legt den Schluss nahe, das dieser Hafen ein früherer Inselhafen Langeoogs war.

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Häuptlingszeit

Karte Ostfrieslands im 16. Jahrhundert durch Ubbo EmmiusWährend der Häuptlingszeit 1350 bis 1464 gehörten die ostfriesischen Inseln zum Herrschaftsgebiet der Familie tom Brok. Widzel tom Brok ist die erste namentliche Erwähnung Langeoogs zu verdanken: 1398 übertrug er dem Herzog Albrecht von Bayern das Lehen über Langeoch.

1464 setzte sich das Geschlecht der Cirksena mittels politischer und militärischer Winkelzüge gegen die meisten der ostfriesischen Häuptlinge durch. Ulrich I. war der erste Reichsgraf aus diesem Geschlecht. Die zum Lehen gehörenden Inseln blieben aber auch in dieser Zeit politisch unbedeutend. Sowohl die neuen als auch die alten Herren hatten nur wenig Interesse an den Inseln, solange sie ihr Drittel bei Strandbergungen bekamen.

Melchior Edden Garmer ist der erste namentlich erwähnte Inselvogt. 1630 umfasste sein Obrigkeitsgebiet 7 Haushaltungen mit 35 Bewohnern.

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Neuzeit
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Insel von einigen schweren Sturmfluten heimgesucht. Die Weihnachtsflut 1717 riss die Insel in der Nähe des Großen Schlopp in zwei Teile. Bis auf 4 Familien verließen die Bewohner die Insel. Nach einer weiteren schweren Sturmflut wurde die Insel im Jahr 1721 komplett verlassen.

1723 versuchten Helgoländer die Insel wieder zu bevölkern, gaben jedoch nach wenigen Jahren wieder auf. Erst 1732 wurde die Insel wieder dauerhaft von drei Familien besiedelt. 1749 existierten 4 Gehöfte im Westen der Insel und ein Gehöft im Bereich der heutigen Meierei. Ihr Leben bestritten die Bewohner durch Fischfang, den Verkauf von Muschelschill und dem Walfang. Der äußerst lukrative Walfang endete jedoch um 1780, als zwischen den Niederlanden und England ein Seekrieg jegliche Schifffahrt unterband.

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Napoleonische Zeit
Infolge der Niederlage Preußens 1806 gegen Napoleon I. trat Preußen im Friedensvertrag von Tilsit 1807 alle Hoheitsgebiete westlich der Elbe ab, darunter auch Langeoog. Napoleon schlug das „Department Oost-Vriesland“, darin eingeschlossen auch Langeoog, den Niederlanden zu. Damit gerieten die Insulaner in die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England mit dem Seehandelsverbot durch die französische Kontinentalsperre. Auf Langeoog und auch anderen ostfriesischen Inseln blühte in dieser Zeit der Schmuggel. Vom damals britischen Helgoland wurden Waren über Langeoog zum Festland gebracht. Um den Schmuggel zu unterbinden, stationierte Napoleon bis zu 200 Soldaten auf der Insel, was die Langeooger nicht am Schmuggel hinderte, kannten sie ihr Watt mit Ebbe und Flut doch wesentlich besser als die Franzosen. In der Folge der gescheiterten Russlandfeldzüge wurde Langeoog 1813 wieder preußisch. Der Frieden zwischen den Siegermächten entzog dem Schmuggel die Grundlage.

1824 schrieb der Chronist Friedrich Arends:

„Die Insel Langeoog liegt beinah 2 Stunden von der Küste entfernt, jedoch in zwei Theile zerrissen, die nur bei Ebbezeit zusammenhängen, zusammen 2 Stunden Länge haltend, bei nicht 1/4 Stunde Breite. Sie zählt nur 45 Einwohner, wovon einige auf dem östlichen Theil, dem Ostende wohnen, die anderen auf Westerende, welche aber bald ihre Häuser nach jenem Theil versetzen müssen, da die See ihnen ganz nahe ist, und wie bei den anderen Inseln, immerfort an der westlichen Seite Abbruch thut.“
Ein Jahr nach dieser Niederschrift entstand durch eine Sturmflut das Große und das Kleine Schlopp, die Salzwiesen versandeten. Gleichzeitig kam der lokale Fischfang durch die aufkommende Schleppnetzfischerei fast vollständig zum erliegen. Ein neuer Geschäftszweig eröffnete jedoch das 1797 gegründete Nordseebad Norderney. Die Langeooger lieferten Möweneier nach Norderney, die dort zum maritimen Frühstück angeboten wurden.

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Einsetzen des Bädertourismus
Im Jahr 1830 begann mit dem ersten Badegast die touristische Entwicklung der Insel. Die Steigerung der Gästezahlen ging zunächst langsam voran (1851: 100 Badegäste). 1861 errichtete der am 3. März 1861 von Steuerinspektor Breusing in Emden gegründete „Verein zur Rettung Schiffbrüchiger“ eine der ältesten Rettungsstation an der deutschen Küste. Mit der Einrichtung einer regelmäßigen Fährverbindung zwischen Bensersiel auf dem Festland und der Insel im Jahr 1843 sollten dann auch mehr Gäste auf die Insel gelockt werden, was der Gemeinde Langeoog auch gelang. So konnte man 1876 bereits 365 Badegäste zählen. Der Tourismus brachte dann genügend Einnahmen, um die Deichanlagen 1892 des Kleinen Schlopps wieder Instand zu setzen. Ein Jahr später wurde der Deich am Großen Schlopp geschlossen.

1901 wurde die „Langeooger Pferdebahngesellschaft OHG“ gegründet, welche Badegäste vom Fähranleger zum Hospiz des Klosters Loccum brachte.

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20. Jahrhundert
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach einer schweren Sturmflut 1906 wurde über Nacht ein Großteil der damals vorhandenen Hausbrunnen verschmutzt, was die Insulaner zum Bau des Wasserturms zwang. 1908 wurde das Kurmittelhaus und 1909 der Wasserturm fertig gestellt. Bei Fertigstellung der Wasserversorgung wurden 90 Hausanschlüsse gezählt. Das öffentliche Rohrnetz mit einer gesamten Rohrlänge von 4500 m stellte die Wasserversorgung sicher. Mit Vertrag vom 15. März 1909 wurde die Wasserversorgung an die BAMAG Berlin auf dreißig Jahre verpachtet. Die Enkel und Urenkel des damaligen Bauunternehmers Johann Eilts leben noch heute auf der Insel. 1923 schließlich wird mit der Elektrifizierung Langeoogs begonnen.

Noch vor der großen Weltwirtschaftskrise wurde 1927 der gesamte Badebetrieb von der Kurverwaltung übernommen. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurde die Insel systematisch zu einer Luftwaffenbasis der Wehrmacht ausgebaut. Die Fertigstellung gelang jedoch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nicht. Noch heute finden sich zahlreiche Überbleibsel des früheren Flugplatzes, dessen Flugfeld nach Kriegsende von alliierten Truppen durch gezielte Sprengungen unbrauchbar gemacht wurde. Das Flugfeld wurde mit Bäumen bepflanzt und bildet das Inselwäldchen. Die Start- und Landebahnen dienen heute als Wander- und Radwege.

Nach dem Krieg erhielt die Insel 1949 die staatliche Anerkennung als Nordseeheilbad.

Die Insel verzeichnete 1962 erstmals mehr als 40.000 Kurgäste. Im Jahr 1976 wurde durch den Ausbau eines tideunabhängigen Hafens die Erreichbarkeit der Insel stark verbessert. Der Betrieb des Wasserturms wurde 1996 eingestellt. Er dient heute als Aussichtsplattform in 23 m über NN.

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Verkehr und Infrastruktur

Fährschiff Langeoog IV im Morgengrauen
Flagge der „Reederei Esens-Bensersiel-Langeoog“ – jetzt „Schifffahrt der Inselgemeinde Langeoog“
Inselbahn LangeoogDie Insel verfügt über einen Flugplatz sowie einen Fährhafen. Die inseleigene Schifffahrt der Inselgemeinde Langeoog fährt die Insel vom Festlandshafen Bensersiel aus an.

1830 wird ein herrschaftlicher Fährmann verpflichtet, eine wöchentliche Verbindung nach Langeoog durchzuführen. 1888 erfolgt die Gründung der „Reederei Esens-Bensersiel-Langeoog“. 1927 kauft die Gemeinde die Reederei einschließlich Pferdebahn und benennt diese in „Schifffahrt der Inselgemeinde Langeoog“ um. Die Fährverbindung ist seit 1976 tidenunabhängig, die Fährzeiten ändern sich also nicht täglich, es wird nur zwischen einem Sommer- und einem Winterfahrplan unterschieden. Die Fahrzeit von Bensersiel beträgt etwa 30 Minuten. Aufgrund der Tideunabhängigkeit und des zunehmenden Baus von Zweitwohnungen erhöhte sich das Passagieraufkommen in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre beträchtlich. Deshalb wurden im Jahre 1979 die beiden Personenfahrgastschiffe Langeoog III und Langeoog IV angeschafft, die jeweils 800 Personen aufnehmen können. Die Schifffahrt der Inselgemeinde Langeoog betreibt heute 4 Passagierschiffe (Langeoog I, II, III und IV) und 2 Frachtfähren (Pionier und Onkel Otto).

Die Inselbahn Langeoog verbindet den Fährhafen mit dem Ortskern. Die Fahrzeit für die 2,5 Kilometer vom Hafen zum Inseldorf beträgt etwa sieben Minuten.

Am 22. Juni 1901 wurde von der Reederei eine 3,5 Kilometer lange Pferdebahn in Betrieb genommen, die vom damaligen Anleger, der nahe dem heutigen Hafen gelegen war, durch das Inseldorf zum Hospiz führte. Nach Zerstörung des Anlegers durch eine Sturmflut Ende 1936 wurde die Pferdebahn durch eine motorisierte Inselbahn mit 1000 mm Spurweite (Meterspur) ersetzt. Die Inbetriebnahme der neuen Bahn erfolgte am 2. Juli 1937. Seitdem fährt die Inselbahn nicht mehr durch das Inseldorf, sondern endet im neuen Inselbahnhof am Ortsrand. 1995 wurden für die Inselbahn zwei neue Züge mit insgesamt zehn Waggons und fünf Lokomotiven beschafft. Zwischen 1993 und 1996 wurde außerdem der Inselbahnhof von 1937 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 2005 wurden noch zwei Personenwagen beschafft, die jeweils mit Einstiegshilfen für Rollstühle und Kinderwagen versehen sind. Heute verfügt die Inselbahn über 5 Lokomotiven für den Personenverkehr, 2 Güterzuglokomotiven, 12 Personenwagen, einen historischen Personenwagen, 2 Gepäckcontainerwagen und 23 Güterwagen.

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