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allgemeine Informationen über die schöne Insel-Pellworm

Deutsche Inseln

Pellworm (Betonung auf der zweiten Silbe; dänisch Pelvorm, friesisch Pälweerm) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein und eine Nordfriesische Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Zum Gemeindegebiet gehören neben der Insel Pellworm auch die Halligen Süderoog und Südfall. Pellworm ist ein Nordseeheilbad. Die Verwaltung von Pellworm gehört seit 2007 zur Stadt Husum.

Geographie
Pellworm ist die drittgrößte nordfriesische Insel. Ihre Ausdehnung beträgt 7 km in West-Ost- und 6 km in Nord-Süd-Richtung.
Sie besteht aus dem Westteil der ehemaligen Insel Strand, die 1634 in der Burchardiflut zerstört wurde. Pellworm, Nordstrand und einige der Halligen sind Bruchstücke der ehemaligen Insel.

Ursache für die Katastrophe war unter anderem der massive Torfabbau in der Region, der zu einer Absenkung des allgemeinen Landpegels führte. Zudem hatten sich die Strömungsverhältnisse im Wattenmeer verändert. Heute liegt Pellworm im Schnitt etwa 1 Meter unter NN und ist somit durch den Klimawandel mit ansteigenden Meerespegeln in seiner Existenz bedroht. Die Insel wird daher von einem 8 Meter hohen und 25 km langen Deich geschützt.

Bevölkerung
Wahrscheinlich seit dem 8. Jahrhundert, spätestens aber um das Jahr 1000 wanderten die Friesen aus dem Raum der Rheinmündung in die nordfriesische Inselwelt ein und gelangten damit auch nach Pellworm. Im Laufe der Jahre änderte sich durch Aus- und Zuwanderung und die besondere Regelung „Wer nicht will deichen, muss weichen“ die Zusammensetzung der Inselbevölkerung mehrfach; keine der heute auf Pellworm ansässigen Familien kam vor dem 18. Jahrhundert auf die Insel. Zur Zeit gibt es noch 650 Haushalte auf Pellworm; die Zahl ist seit langem rückläufig.

Die Bevölkerung von Pellworm ist vorwiegend evangelisch-lutherisch. Es gibt zwei Kirchen für die evangelisch-lutherische Bevölkerung: Die Alte Kirche (St. Salvator) im Westen am Deich und die Neue Kirche in der Mitte der Insel. Das Anton-Heimreich-Haus ist das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das Momme-Nissen-Haus ist das Gemeindehaus der katholischen Gemeinde. Dort finden regelmäßige Messen statt.

Heute wird auf Pellworm, wie in den meisten ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins, zumeist Niederdeutsch gesprochen; eine Verständigung auf Hochdeutsch ist aber natürlich problemlos möglich. Die nordfriesische Sprache wurde auf der Insel vermutlich im späteren 18. Jahrhundert aufgegeben, als zahlreiche Neusiedler aus Holland und Süddeutschland auf die Insel kamen und die meisten Friesen Pellworm verließen. Nur wenige Spuren des Friesischen haben sich im Pellwormer Niederdeutsch erhalten.

Entwicklung der Insel
Inseln und Halligen, die aus der Insel Strand entstanden sindDie Nordfriesen unterstanden seit dem 13. Jahrhundert im Wechsel den dänischen Königen oder schleswigschen Herzögen. Seit 1864/67 gehörte die Insel Pellworm dann zu Preußen, seit 1871 zum Deutschen Reich. Der Dichter Detlev von Liliencron war 1882/83 Hardesvogt der Insel.
Die Geschichte von Pellworm wurde durch Deichbau, Landgewinnung und Sturmfluten geprägt.

Die frühesten bezeugten Sturmfluten in den Jahren 1216 und 1230, kosteten im Gebiet von Nordfriesland Zehntausende das Leben. Zwischen dem 15. und 17. Januar 1362 ging der später sagenumwobene Hafenort Rungholt in einer Sturmflut (Grote Mandränke) unter, und es bildete sich die Insel Strand.
Am 1. November 1436 trennte eine große Sturmflut Pellworm von Nordstrand ab. Eine weitere Sturmflut 1480 trennte Pellworm in zwei Teile. Dieser Schaden konnte durch Anstrengungen beseitigt werden und 1550 waren Pellworm und Nordstrand wieder vereinigt. Doch die große Burchardiflut am 11. und 12. Oktober 1634 trennte Pellworm endgültig von Nordstrand ab. Dabei ertranken allein auf Pellworm etwa 1.000 Menschen.

Sturmfluten von 1697, 1701, 1703, 1717, 1718, 1719, 1720, 1729, 1743 und 1756 zerstörten wieder Teile der Insel. Die Schäden konnten aber rasch beseitigt werden. Das Elend auf der Insel wuchs aber wegen der hohen Belastung durch Deichbau und -sicherung. Zwei Sturmfluten von 1789 und 1794 verschlimmerten die Lage der Bevölkerung. Die letzte Sturmflut, die Pellworm fast komplett überschwemmte, trat am 3. und 4. Februar 1825 auf.
Auch heute kann es auf Pellworm unter Zusammentreffen aller ungünstigen Voraussetzungen zu einer den Deich überspülenden Sturmflut kommen. Die Fluten von 1831, 1911, 1936, 1962, 1976 und 1981 konnten die Insel nur deshalb nicht gefährden, da der Deich immer wieder erhöht wurde: Die letztgenannten drei Sturmfluten waren höher als die Flut von 1825. Aber auch der immer tiefer und breiter werdende Heverstrom und seine Seitenarme gefährden die Insel. Man konnte noch vor einigen Jahren die Norderhever zwischen Pellworm und Nordstrand bei Niedrigwasser durchwaten. Heute ist die Norderhever dort sechs bis neun Meter tief.

Erwogen wurde, einen überflutbaren Damm von Pellworm nach Nordstrand zu errichten, der den Sandabtrag vermindern soll. Dieser Plan wird aber derzeit ebenso wenig verfolgt wie der eines befahrbaren Dammes zum Festland.
Von 1635 bis 1637 wurden die wesentlichen Kooge der Insel unter wesentlicher Beteiligung holländischer Neusiedler wieder neu bedeicht, es folgten weitere Eindeichungen 1657, 1663, 1672 und 1687. Danach wurden nur noch 1790 und 1939 zwei weitere Köge eingedeicht. Im Rahmen eines Landgewinnungsprogrammes, unterlegt durch die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Ideologie, konnte 1939 der Bupheverkoog eingedeicht und besiedelt werden (siehe auch: Adolf-Hitler-Koog, Hermann-Göring-Koog).

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Leuchtturm PellwormIm Rungholt-Museum Bahnsen präsentiert seit 1980 der watterfahrene Heimatforscher Hellmut Bahnsen Funde im Watt. Das Wattenmuseum Liermann am Schütting stellt die Funde aus 50 Jahren Postgang des Halligpostboten Heinrich Liermann aus. Im Inselmuseum im Dachgeschoss der Kurverwaltung in Tammensiel wird die Geschichte der Insel mit Schwerpunkt Deichbau präsentiert.
Der Pellwormer Leuchtturm von 1906 im Süden der Insel ist zu besichtigen. Der 38 Meter hohe Turm ruht auf 127 bis 14 Meter tiefen Eichenpfählen und wiegt 130 Tonnen. Auf dem Leuchtturm befindet sich ein Standesamt – bei seiner Eröffnung das erste deutsche Standesamt auf einem Leuchtturm.

Wahrzeichen der Insel ist die imposante Turmruine der Alten Kirche - der geziegelte Turm dieses mittelalterlichen „Friesendomes“ stürzte bereits 1611 zu einem großen Teil in sich zusammen, da der weiche Wattboden seinem Gewicht nicht gewachsen war. Der erhaltene Rumpf ragt 26 Meter empor, der ursprüngliche Bau war mindestens doppelt so hoch. In der Turmruine nisten regelmäßig Turmfalken. In der Kirche, die jüngst renoviert wurde, befindet sich eine der wenigen erhaltenen Orgeln des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger; sie stammt aus dem Jahr 1711 und ist für ihren Klang so berühmt, dass Virtuosen aus der ganzen Welt nach Pellworm reisen, um dort Schallplatten und CDs aufzunehmen. Jedes Jahr im Sommer finden mittwochs Konzerte statt.

Die Nordermühle ist ein 1777 errichteter einstöckiger Galerieholländer mit durchlaufendem Achtkantständer Segelflügeln und Steert. Die Kappe ist festgesetzt, die Flügel sind windgängig, die Einrichtung ist jedoch nicht mehr vorhanden. Die Mühle ist seit der Restaurierung 1995 ein Restaurant.
Im Jahre 1983 wurde ein kombiniertes Solar- und Windkraftwerk auf Pellworm errichtet. Das Hybridkraftwerk wurde nach und nach ausgebaut und dient heute als Ausflugsziel und Demonstrationskraftwerk.
Im Nordwesten der Insel befindet sich eine leicht zugängliche, sehenswerte Vogelkoje, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Sie weist das einzige Gehölz auf der waldarmen Insel auf und ist nicht mehr in Benutzung.

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