Insel Föhr und Inselrundfahrten auf Föhr mit dem Friesenexpress Föhr

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Insel-Sylt

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Sylt (dänisch: Sild, friesisch: Söl) ist die größte nordfriesische Insel. Sie erstreckt sich in Nord-Südrichtung vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Bekannt ist die nördlichste deutsche Insel vor allem für ihre touristisch bedeutenden Kurorte Westerland, Kampen und Wenningstedt sowie für den knapp 40 Kilometer langen Weststrand. In den Medien ist sie vor allem aufgrund ihrer exponierten Lage in der Nordsee und der kontinuierlichen Landverluste bei Sturmfluten präsent. Seit 1927 ist Sylt über den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden.

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Sylt ist mit 99,14 km² die viertgrößte deutsche Insel und die größte Nordseeinsel Deutschlands. Sylt liegt zwischen 9 und 16 Kilometer vor der Küste des Festlands, mit dem sie über den 11 Kilometer langen Hindenburgdamm verbunden ist. Südöstlich von Sylt befinden sich die Inseln Amrum und Föhr, nördlich liegt die dänische Insel Rømø. In der Nähe der Sylter Nordspitze liegt die Insel Uthörn.

Die Insel erstreckt sich über 38,0 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und ist im Norden, am Königshafen bei List nur etwa 320 Meter breit. An ihrer breitesten Stelle, von Westerland im Westen bis zur Nössespitze bei Morsum im Osten, misst sie 12,6 Kilometer. An der West- und Nordwestseite Sylts erstreckt sich ein knapp 40 Kilometer langer Sandstrand, zur Ostseite liegt das Wattenmeer, das zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gehört und bei Niedrigwasser weitgehend trocken fällt.

Die Form der Insel hat sich im Lauf der Zeit ständig verändert; ein Prozess, der auch heute noch im Gange ist. Der nördliche und der südliche Nehrungshaken der Insel bestehen ausschließlich aus wenig fruchtbaren Sandablagerungen, während der Mittelteil der Insel, im Bereich der Gemeinden Westerland, Wenningstedt und Sylt-Ost, auf einem Geestkern ruht, der von See aus in Form des Roten Kliffs sichtbar ist. Der dem Wattenmeer zugewandte Teil des Geestkerns geht im Bereich der Gemeinde Sylt-Ost in relativ fruchtbares Marschland über. Nach heute als gesichert angesehenen Quellen ist Sylt seit der Zweiten Marcellusflut von 1362 eine Insel. Die höchste Erhebung der Insel ist die sogenannte Uwe-Düne in Kampen mit 52,5 m ü. NN.

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Klimatische Verhältnisse

Klimadiagramm von List auf SyltAuf Sylt herrscht ein vom Golfstrom beeinflusstes Seeklima. Die Wintermonate sind mit durchschnittlich etwa 2 °C etwas milder als auf dem benachbarten Festland, die Sommermonate dagegen mit durchschnittlich 17 °C, trotz längerer Sonnenscheindauer, etwas kühler. Im Jahresdurchschnitt hat Sylt täglich 4,4 Stunden Sonnenschein. Dass Sylt mit 1899 Sonnenstunden im Jahr 2005 rund 180 Stunden mehr Sonnenschein als der Bundesdurchschnitt hatte, ist mit dem geringen Relief der Küste zu begründen. Wolken können sich nicht so schnell stauen und werden in der Regel durch den konstanten West- oder Nordwestwind vertrieben.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,5 °C. Der Wind weht im Jahresdurchschnitt mit 6,7 m/s vorwiegend aus westlichen Richtungen. Die Jahresniederschlagsmenge liegt bei rund 650 mm. Aktuelle Klima- und Wetterdaten liefern seit 1937 die mittlerweile automatisierte nördlichste Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes auf einer Düne bei List und einige Stationen kommerzieller Wetterbeobachter wie Meteomedia, ebenfalls in List.

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Formung und Bedrohung durch das Meer

Sylt auf einer Karte des Johannes Mejer von 1648. Gut zu erkennen sind der Königshafen bei List und die heute untergegangenen damaligen Kirchspiele darunter die alte Kirche von EidumDie Insel Sylt in ihrer jetzigen Gestalt existiert erst seit etwa vierhundert Jahren. Sie entstand wie die Festlandgeest aus Altmoränen und hat deshalb einen Geschiebemergelkern, der heute in der Mitte und im Westen der Insel mit Kliff, Dünen und Sandstrand sichtbar ist. Dieser Geestkern erodierte, nachdem ihn der Anstieg des Meeresspiegels vor 8000 Jahren der starken Strömung entlang des steilen Inselsockels aussetzte. Dabei lagerten sich die Sedimente südlich und nördlich an. Die Westkante, die ursprünglich zehn Kilometer vor der heutigen Küste lag, verlagerte sich so stetig nach Osten, während gleichzeitig die Insel im Norden wie im Süden länger wurde. Um diesen Geestkern lagerte sich nach den Eiszeiten Marschland an.

Zwar wird Sylt bereits 1141 als Insel bezeichnet, doch gehörte sie vor der ersten Großen Mandränke 1362 zu einer von Prielen durchzogenen Landschaft und war zumindest bei Niedrigwasser trockenen Fußes vom Festland erreichbar. Erst nach dieser Flut entwickelte sich durch die Bildung von Nehrungshaken aus dem von den Meeresströmungen verdrifteten abgetragenen Material die gegenwärtige charakteristische Gestalt. Dabei waren und sind besonders die nördlichen und südlichen Enden der Insel großen Veränderungen unterworfen. So war Listland im 14. Jahrhundert für einige Zeit vom Rest der Insel getrennt und durch die Entstehung des Ellenbogens versandete der Königshafen bei List ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Zusätzlich zum schleichenden Landschwund belastete die Einwohner während der sogenannten Kleinen Eiszeit der Sandflug. Die nach Osten wandernden Dünen bedrohten Land und Siedlungen, weshalb sie ab dem 18. Jahrhundert durch die Bepflanzung mit Strandhafer befestigt wurden. Das hatte jedoch zur Folge, dass abbrechendes Material vermehrt abdriftete und die Inselsubstanz weiter abnahm.

Ab 1870 existieren Aufzeichnungen des jährlichen Küstenrückgangs. Demnach verlor Sylt in den Jahren 1870 bis 1951 jährlich durchschnittlich 0,4 Meter im nördlichen und 0,7 Meter im südlichen Küstenabschnitt. 1951 bis 1984 steigerte sich die Rate auf 0,9 bzw. 1,4 Meter, während die Küstenlinie an den Inselenden bei Hörnum und List noch größeren Veränderungen unterworfen ist.

Durch schwere Sturmfluten in den letzten Jahrzehnten ist Sylt immer wieder in Gefahr, auseinander zu brechen, so trennte die Sturmflut 1962 Hörnum vorübergehend vom Rest der Insel. Besonders gefährdet ist dabei eine nur rund 500 Meter breite Schmalstelle südlich von Rantum.

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Küstenschutz

Eine Stahlbeton-Buhne bei WesterlandAls Schutzmaßnahmen gegen die stetige Erosion begann man schon im 19. Jahrhundert mit der Errichtung von Holzpfahlbuhnen. Diese wurden rechtwinklig zur Küste in die See hinein gebaut. Später wurden sie von Metall- und schließlich von Stahlbetonbuhnen abgelöst. Diese Bauwerke erzielten jedoch nicht den gewünschten Erfolg, die durch Querströmungen verursachte Erosion zu stoppen. Die „Lee-Erosion“, also die auf der wind- und strömungsabgewandten Seite der Buhnen, verhinderte nachhaltige Sandablagerungen.

In den 1960er Jahren versuchte man durch die so genannten Tetrapoden, die am Fuße der Dünen entlang, oder – ähnlich wie die Buhnen – ins Meer hinaus verlegt wurden, die Meeresgewalten zu stoppen. Die tonnenschweren, in Frankreich entwickelten vierfüßigen Betonelemente waren für den Sylter Strand zu schwer und konnten die Erosion ebenfalls nicht aufhalten. Vor dem Hörnumer Weststrand sind sie deshalb ab Mitte 2005 wieder entfernt worden.

Seit Anfang der 1970er Jahre wird, als zurzeit einzig wirksames Mittel gegen die Erosion, Sand vor die Küsten der Insel gespült. Baggerschiffe, so genannte Hopperbagger, pumpen durch Rohrleitungen ein Wasser-Sand-Gemisch an den Strand, wo es von Planierraupen verteilt wird. Dadurch soll bei Sturmfluten lediglich das vorgespülte Sanddepot abgetragen werden – die eigentliche natürliche Küstenlinie wird somit geschützt und die Erosion verlangsamt. Diese Vorgehensweise ist mit erheblichen Kosten verbunden. Der Bedarf von jährlich bis zu 10 Millionen Euro wird derzeit von Bundes-, Landes- und EU-Mitteln gedeckt. Seit 1972 wurden ca. 35,5 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült und aufgeschüttet. Diese Maßnahmen haben zusammen bisher über 143 Mio. EUR gekostet, sollen aber nach Berechnungen von Forschern ausreichen, um für mindestens drei Jahrzehnte größere Landverluste zu verhindern, so dass der Nutzen in Hinsicht auf die Wirtschaftskraft der Insel und der Bedeutung für die strukturschwache Region größer wäre als die Kosten. In der Studie Klimafolgen für Mensch und Küste am Beispiel der Nordseeinsel Sylt von 1995 heißt es: „Hätte Sylt nicht das Image einer attraktiven Ferieninsel, gäbe es den Küstenschutz in der bestehenden Form gewiss nicht.“

Als Alternative wird die Verstärkung eines natürlichen Riffs vor der Küste diskutiert. Ein entsprechender Versuch wurde in den Jahren 1996 und 2003 unternommen. Die auf dänischen Inseln erfolgreiche Sanddrainage ist wegen der Versteilung des untermeerischen Hangs vor Sylt nicht Erfolg versprechend.

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Sandvorspülung mit Tetrapoden am WeststrandParallel zu den Sandvorspülungen hat man an einigen Strandabschnitten damit begonnen, die oben erwähnten Buhnen, die sich für den Küstenschutz als weitgehend nutzlos erwiesen hatten, mit großem Aufwand abzutragen. Dieser Maßnahme ist auch die wohl berühmteste Buhne der Insel, die BUHNE 16, Namensgeberin des gleichnamigen FKK-Strandes, zum Opfer gefallen.

Einige Experten fürchten trotz all dieser Maßnahmen, dass Sylt bis Mitte des 21. Jahrhunderts erhebliche Landverluste hinnehmen müsse. Die voranschreitende globale Erwärmung werde zu vermehrter Sturmaktivität führen, was erhöhte Landverluste und als erste Konsequenz den Verlust z. B. der Versicherbarkeit von Eigentum zur Folge haben könnte. So haben Messungen ergeben, dass die Wellenenergie sich nicht mehr wie früher am Vorstrand erschöpft, sondern ihre zerstörerische Wirkung auch auf den Strand ausweitet ist. Das führt zu einem Sedimentverlust von rund 1,1 Millionen m³ jährlich.

Die Dünengebiete der Insel stehen unter Naturschutz und dürfen nur auf gekennzeichneten Wegen betreten werden. So genannte „wilde“ Wege leisten der Erosion Vorschub und dürfen nicht begangen werden. Dort, wo die Vegetation zertreten wird und keine Wurzeln den Sand festhalten, wird er von Wind und Wasser abgetragen.

Das Wattenmeer, östlich zwischen Sylt und dem Festland gelegen, ist seit 1935 Natur- und Vogelschutzgebiet und ein Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Das Errichten von Lahnungen im Uferbereich des Watts soll die Sedimentation fördern und der Landgewinnung dienen.

Auch die Beweidung der Deiche und der Heideflächen durch Schafe dient letztlich dem Küstenschutz, da die Tiere den Bewuchs kurz halten und mit ihren Klauen die Grasnarbe verdichten: So fördern sie die Entwicklung einer kompakteren Deichoberfläche, die bei einer Sturmflut den Wellen weniger Angriffsfläche bietet.

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Siedlungsstruktur
Sylt hat 21.190 Einwohner, davon leben 9.072 in Westerland (Stand 12/2007). In diesen Zahlen sind die Zweitwohnungsbesitzer nicht enthalten.

Die Insel Sylt ist in zwei Verwaltungsbereiche unterteilt. Die neugegründete Gemeinde Sylt umfasst die ehemals selbständigen Orte Westerland, Sylt-Ost und Rantum. Das Amt Landschaft Sylt mit Sitz in der Gemeinde Sylt verwaltet die Inselorte, die nicht zur Gemeinde Sylt gehören. Per Bürgerentscheid im Mai 2008 wurde der Zusammenschluss der Gemeinde Sylt-Ost mit der Stadt Westerland zum 1. Januar 2009 beschlossen. Angestrebt wird jedoch von unterschiedlichen Interessengruppen eine Fusion aller Inselgemeinden zu einer Verwaltungseinheit.


Die Orte entlang der Westküste

Hafen und Fähranleger in ListEntlang der Sylter Westküste liegen sechs Orte. Die Gemeinde List ganz im Norden der Insel und zugleich die nördlichste Gemeinde Deutschlands, bewahrte durch ihre entfernte Lage zum damaligen Hauptort Keitum und ihre lange Zugehörigkeit zu Dänemark eine größere Eigenständigkeit. An ihrer Ostseite liegt der Schutzhafen, von dem neben Ausflugsschiffen auch die Fähre „Sylt-Express“ der Rømø-Sylt-Linie nach Havneby auf der dänischen Nachbarinsel Rømø verkehrt. Wenningstedt bildete mit Kampen und Braderup gemeinsam die Verwaltungsgemeinschaft der „Norddörfer“ – einen früheren interkommunalen Zweckverband auf der Insel, von dem heute noch der Schulverband existiert. Während Kampen vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als der Prominententreff in Deutschland galt, ist Wenningstedt seit über 100 Jahren als „Familienbad“ bekannt. Zwischen Kampen und Wenningstedt, auf der hohen Geest, steht seit 1855 der markante 38 Meter hohe schwarz-weiße Leuchtturm Kampen. Er ist der älteste der Insel; östlich davon liegt das Naturschutzgebiet „Braderuper Heide“. Unmittelbar südlich von Wenningstedt beginnt das Siedlungsgebiet der Inselmetropole Westerland.

Nachdem die Allerheiligenflut am 1. November 1436 den Ort Eidum vollständig zerstört hatte, gründeten die Überlebenden nordöstlich einen neuen Ort Westerland. Dieser wurde 1462 erstmals urkundlich erwähnt. 1855 wurde das Seebad gegründet, 50 Jahre später erhielt Westerland die Stadtrechte. 1949 wurde es schließlich als Heilbad anerkannt. Die Stadt hatte Ende des Jahres 2007 9.072 Einwohnerund ist heute Verwaltungssitz der Gemeinde Sylt Südlich von Westerland läuft die Insel noch als schmaler Nehrungshaken etwa 15 km an einer fiktiven Flut-Ebbe-Grenze vor dem Festland entlang, bis sie vom aus dem Wattgebiet östlich der Südhälfte der Insel heraus ablaufenden Gezeitenstrom, dem Hörnum-Tief, abgeschnitten wird. Dort liegt der Ort Rantum. Dieser Ort musste, wie kaum ein anderer auf Sylt, in den vergangenen Jahrhunderten stets gegen die fortschreitende Versandung ankämpfen. Nicht wenige Höfe und eine Kirche mussten den damals noch unbefestigten, sich allmählich nach Osten bewegenden Wanderdünen weichen. Erst mit der Anpflanzung von Dünengras (Strandhafer) wurde diese Gefahr gebannt.

Dieser Nehrungshaken wird vor allem durch den vom Westwind aufgebauten Dünenwall geprägt. Nach Osten finden sich vereinzelt schmale Marschlandstreifen. Hörnum an der Südspitze der Insel gilt als der jüngste Ort; erst kurz nach 1900 wurde er dauerhaft besiedelt. Aber schon in früherer Zeit soll die unbesiedelte Südspitze der Insel Fischern und Seeräubern als vorübergehender Unterschlupf gedient haben. Aus dieser Zeit soll die noch heute verwendete Flurbezeichnung „Budersand“ stammen; sie bezeichnet eine mächtige Düne an der Ostseite des Ortes, auf der in früheren Zeiten „Buden“ – also Hütten – gestanden haben sollen. Von ständigen Sandverlusten ist die Südspitze der Insel, die so genannte „Odde“, gezeichnet; Jahr für Jahr werden große Teile der Dünenlandschaft durch Sturmfluten und Gezeiten abgetragen. Auch Küstenschutzbauwerke erzielten keine nachhaltige Wirkung, so dass auch in Zukunft zu erwarten ist, dass die „Odde“ weiter schrumpfen wird.

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Sylt-Ost

TinnumburgDer Osten der Insel, Sylt-Ost, bildete bis zum Zusammenschluss mit Westerland 2009 kommunalpolitisch eine Großgemeinde mit rund 5.500 Einwohnern. Sie war ein Zusammenschluss der ehemals selbständigen Dörfer der so genannten Nössehalbinsel: Tinnum, Munkmarsch, Archsum, Morsum mit Keitum als Verwaltungsmittelpunkt. Die Weiden der Marsch prägen bis heute das Landschaftsbild und boten über viele Jahrhunderte die Grundlage für den Broterwerb in diesen Dörfern. Die Siedlungsgrenzen von Tinnum gehen mittlerweile fast unmerklich in das Siedlungsgebiet von Westerland über und so profitiert Tinnum von der unmittelbaren Nähe zur Inselmetropole. Die Tinnumburg, südwestlich des Ortes gelegen, ist ein kreisförmiger Wall mit einem Durchmesser von 120 Metern und einer Höhe von 8 Metern. Sie wurde etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet, vermutlich als heidnische Kultstätte oder Wehranlage gegen Angriffe von Mensch und Meer.

Auf dem Gemeindegebiet von Tinnum liegt auch der Flughafen Sylt (IATA: GWT), ein ehemaliger Luftwaffenstützpunkt, der nun ausschließlich zivil genutzt wird. Der Name „Munkmarsch“ soll der Überlieferung nach die Bedeutung „Mönchsmarsch“ haben. Es hat sich somit bei den Wiesen um fruchtbares Marschland gehandelt, welches ab ca. 1200 zu einem (Mönchs-)Kloster - vermutlich einem der vier Klöster in Ribe - gehörte. Wenige Kilometer nördlich des alten Hauptortes Keitum gelegen, erlangte die alte Bauernschaft Munkmarsch erst Bedeutung, als der alte Keitumer Hafen mehr und mehr versandete und man Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss, den Haupthafen der Insel nach Munkmarsch zu verlegen. Bis zum Bau des Hindenburgdammes war der Hafen von Munkmarsch der wichtigste Ankunftshafen für die Gäste, die per Postschiff Raddampfer von Hoyer-Schleuse (heute dänisch) anreisten. Weiter nach Westerland ging es ab 1888 mit einer Schmalspurbahn. Hafen und Bahn verloren 1927 mit der Fertigstellung des Hindenburgdammes an Bedeutung. Die Bahn wurde abgebaut und anstelle des Fährhafens befindet sich dort heute ein privater Yachthafen.


Das Morsum-KliffKeitum (friesisch: Kairem) ist einer der ältesten Orte der Insel und war über Jahrhunderte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihr Hauptort. Erst mit dem einsetzenden Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts verlor er nach und nach seine zentrale Bedeutung. Typisch für Keitum sind die erhaltenen alten Kapitänshäuser sowie die baumbestandenen Straßen im Ortszentrum. Markantes Bauwerk ist die alte, nord-westlich des Ortskerns stehende St.-Severin-Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das so genannte Altfriesische Haus und das Sylter Heimatmuseum. Beide Museen geben Einblicke in das Leben der Sylter vor Einsetzen des Tourismus.

Das ganz im Osten der Insel gelegene Morsum (friesisch: Muasem) liegt an der 1,8 km langen und bis zu 21 m hohen Steilküste Morsum-Kliff in einer Heidelandschaft. Am Morsum-Kliff (Buntes Kliff) kann die geologische Geschichte der Region der letzten fünf Millionen Jahre studiert werden. Der Nachbarort Archsum ist ein alter friesischer Bauernort. Er weist mit der Archsum-Burg eines der ältesten Siedlungszeugnisse der Insel auf.

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Vorgeschichte und Geschichte

Vorgeschichte
Das Gebiet der heutigen Insel blieb bis etwa zum Beginn der mittleren Steinzeit durch bäuerliche Siedler unberührt. Von der jägerischen Urbevölkerung wurden keine Relikte gefunden, doch im Neolithikum zog das etwas höher gelegene Gelände Siedler an, die sich vor dem steigenden Meeresspiegel zurückzogen. Vor 4000 Jahren, in der Bronzezeit, war das Gebiet eng besiedelt und die Bevölkerung verhältnismäßig wohlhabend, wie aus reichen Grabfunden geschlossen werden kann. Der Meeresspiegel sank zu dieser Zeit wieder, so dass weite Marschflächen landwirtschaftlich genutzt werden konnten.

Das Temperaturoptimum nach der Zeitenwende verkleinerte die Siedlungsfläche wieder erheblich. Das steigende Wasser zwang die Bevölkerung zur Auswanderung, so dass ab etwa 400 n. Chr. kaum noch Besiedlung nachzuweisen ist.

Steinzeit

DenghoogDas Erdgrab von Tinnum, aus der Gruppe der Thinghügel, lässt erstmals Bezüge zu den späteren Hünengräbern erkennen. Statt Findlingen umgibt hier ein rechteckiger Steinrahmen eine Körperbestattung im Holzsarg. Insgesamt sind auf Sylt 47 Megalithanlagen in Langbetten und Rundhügeln nachgewiesen, die aber weitgehend ausgegangen sind. Während der Urdolmen fehlt, sind ganglose, erweitere Dolmen nördlich von Kampen, westlich von Archsum (Nössemarsch) und östlich von Keitum (der versetzte Harhoog) erhalten. Auch Polygonaldolmen in Rundhügeln und, was selten ist, in Langbetten sind nachgewiesen. Erhalten ist eines nördlich des Bahnhofs von Kampen. Zerstört wurde ein Bett mit drei Polygonaldolmen in der Nähe des Leuchtturms und eines, das sich im Strumphoog befand. Teilweise wurden bronzezeitliche Nachbestattungen und eisenzeitliche Urnengräber in den Hügeln gefunden. Unter den lokalen Ganggräbern ragen der Denghoog von Wenningstedt und der Merelmerskhoog bei Archsum heraus. Das Grab im Kolkingehoog wurde bei der Sturmflut von 1825 zerstört. Andere am Kliff gelegene Anlagen hatten ein ähnliches Schicksal oder wurden verlegt. Die neolithischen Siedlungen, insbesondere auf der Archsumer Geest nachgewiesen, wurden bei der Vermarschung des Gebietes überlagert. Die Gruppe der kleinen Grabhügel, die der Schnurkeramik zuzuordnen sind, stellen die letzte Form der steinzeitlichen Monumente dar.

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Bronze- und Eisenzeit
In der Bronzezeit, die im Norden spät einsetzte, entstanden die großen, reich ausgestatteten Grabhügel, die meist 5 m, u. U. aber auch 7 m hoch, in fünf großen Gruppen die Insel zu beherrschen scheinen. Viele dieser Denkmäler wurden mittlerweile abgetragen oder durch Bebauung oder Landwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten eingeebnet; einer der sehr seltenen noch erhaltenen bronzezeitlicher Langhügel liegt nördlich von Kampen zwischen den runden Krockhoogen. Auch im Watt östlich der Insel finden sich Siedlungsspuren.

Aus der Eisenzeit stammt die gut erhaltene Tinnumburg und die fast verschwundenen Burgen bei Achsum und Rantum. Wozu sie zu ihrer Erbauungszeit genutzt wurden, kann nicht mehr rekonstruiert werden, vielleicht waren es Heiligtümer. Bei der Wiederbesiedlung Sylts im 8. Jahrhundert nutzten die neuen Siedler die befestigen Plätze zur Anlegung eines Dorfes, das jedoch bereits bald wieder aufgegeben wurde.
Die Spuren der Wikingerzeit sind wesentlich unspektakulärer und bestehen aus Fundstellen mit Siedlungsresten und einer großen Zahl von tellartigen Wohnhügeln, den Warften.

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Geschichte

Name
Der Name Sild wurde erstmalig um das Jahr 1141 im Schenkungsbuch des Klosters Odense urkundlich erwähnt; im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. von 1231 findet sich der Name Syld und im Register des Domkapitels zu Schleswig werden im 14. und 15. Jahrhundert die Namen Syld und Sylt verwandt. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich die einheitliche und noch heute gültige Schreibweise durch.

Über die Herkunft des Namens Sylt gibt es verschiedene Theorien. Die erste besagt, dass der Name aus dem angelsächsischen Sprachraum stamme und mit dem heutigen englischen Wort für Schwelle (engl.: sill) verwandt sei; er hätte also die Bedeutung „Landschwelle“. Aus angelsächsischer Sicht war die nordfriesische Küste bei Sylt für gen Osten fahrende Seeleute die erste Landschwelle des europäischen Festlandes.

Ein anderer Ansatz geht vom Ursprung des Namens im dänischem Wort für Hering, Sild, aus, da die Sylter Seefahrer ehemals sehr aktiv den Heringsfischfang betrieben. Für die damals große Bedeutung des Herings für die Insel spricht, dass bereits im Jahre 1668 der Hering als Wappentier auf Sylt nachgewiesen ist.

Nach einer dritten Erklärung ist der Name von dem altem dänischen Wort sylt („Salzwiese“ oder „Brackwasser“) abgeleitet. Dieser Wortstamm findet sich im skandinavischen Sprachraum in zahlreichen Ortsbezeichnungen wieder, z. B. in: Sylten in Nordostjütland, Syltemade auf Fünen und Syltholm auf Lolland bzw. Hellesylt in Norwegen.

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Bis zum 19. Jahrhundert
Um das Jahr 460 n. Chr. wies das Gebiet westlich der heutigen Insel, damals Teil einer Marschenlandschaft, einen wohl bedeutenden Hafen auf. Unbestätigten Überlieferungen zufolge sollen die anglischen Heerführer Horsa und Hengist im 5. Jahrhundert vom damaligen Weststrand der „Insel“ zu ihrem Feldzug gegen die Romano-Briten und Kelten aufgebrochen sein. In den folgenden Jahrhunderten waren die nordfriesischen Uthlande kaum besiedelt.

Münzfunde aus der Merowingerzeit lassen darauf schließen, dass sich zu dieser Zeit Friesen auf der Flucht vor der Expansion des fränkischen Reichs im Gebiet der nordfriesischen Inseln niederließen.


Kirche St. Severin in KeitumDie älteste Kirche wurde um 1020 in Keitum an der Stelle eines früheren Odinheiligtums errichtet. Sie gehörte seit 1100 zum Kloster von Odense und wurde 1188 den Heiligen Knut und Ketel geweiht. Der Baumeister, der gleichzeitig mit der heutigen Kirche auch die Kirchen auf Pellworm und Föhr errichtete, soll angeblich an einem Tag zu Pferde von einer Baustelle zur anderen gelangt sein. Auch der König von Dänemark griff nach der Kielholtz-Chronik um diese Zeit Sylt zu Wasser und zu Land an. Im 12. Jahrhundert gab es bereits vier Kirchen auf Sylt und zwar außer in Keitum in Morsum, Eidum und Rantum.

1231 wird „Syld“ im Waldemar-Erdbuch erwähnt. Das Gebiet zahlte etwas geringere Abgaben als etwa die Wiedingharde oder Föhr und damit nicht einmal die Hälfte der Steuer der Edomsharde mit Rungholt.

In der Zweiten Marcellusflut verlor Sylt große Marschflächen mit mehreren Kirchspielen im Osten und wurde damit zur Insel. Um 1400 wurde auch das Listland abgerissen und war eine Zeitlang eine eigene Insel. In der Allerheiligenflut 1436 ging Eidum, das westlich von Westerland gelegene Kirchspiel, unter. Rantum versank unter den Dünen.

Am 15. August 1386 überließ Königin Margrete I. Sylt den Grafen von Holstein-Rendsburg Gerhard VI. mit dem Herzogtum Schleswig. List, das bereits seit 1292 im Besitz der Stadt Ripen war, blieb beim Königreich Dänemark. 1422 kamen über hundert Sylter Seeleute in Hamburger Gefangenschaft, als Hansische Kriegsschiffe eine dänische Flotte des Königs Erich von Pommern besiegten. Wenig später fiel der Vogt Claus Lembek, dem Sylt und Osterland-Föhr unterstanden, vom König ab. 1426 schloss Sylt gemeinsam mit den übrigen Uthlanden die Siebenhardenbeliebung, ein Ausdruck ihrer Autonomie gegenüber dem König. 1435 im Frieden von Vordingborg blieben List und das angrenzende Listland, wo sich der Königshafen, der wichtigste Hafen zwischen Elbe und Skagen befand, wie Westerland-Föhr, Amrum und der Süden von Rømø königliche Enklave. Der beim Amt Tondern verbleibende Hauptteil behielt seine relative Unabhängigkeit bei. Auch die Land- und Strandvögte, die die Obrigkeit auf der Insel vertraten, waren durchweg Sylter. Zum Teil wurden die Ämter über Generationen in einer Familie weitergegeben.

Zwischen der um 1450 entstandenen Kielholtz-Chronik und der Chronik des Morsumer Küsters Muchel Madis ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts existieren keine Quellen. Daher kann auch die Einführung der Reformation auf Sylt nicht sicher datiert werden.

Der Dreißigjährige Krieg berührte Sylt, als 1628 400 kaiserliche Soldaten die Insel betraten, jedoch bald wieder abzogen. Im folgenden Jahr erreichte die Pest Sylt. 1644 fand am Königshafen eine Seeschlacht zwischen einer dänischen und einer holländisch-schwedischen Flotte fand. Um 1700 versandete der Hafen.

Um 1640 wird erstmals von einer Sylter Schule im Kirchspiel Keitum berichtet. Walfang, Seefahrt, Austernzucht und der Entenfang in Vogelkojen sorgten im 17. und 18. Jahrhundert für bescheidenen Wohlstand bei Teilen der Bevölkerung, während diejenigen, die als Kleinbauern und Landarbeiter auf dem kargen Boden arbeiteten, oftmals in großer Armut lebten. Die Verkoppelungsverordnung von 1766, die die Aufteilung der früheren Almende ermöglichte und auf dem Festland oft zu größeren Erträgen führte, trug bei den oft kleinen und unfruchtbaren Flurstücken auf Sylt nicht unwesentlich zur Verarmung bei. Die Insel hatte bei einer Volkszählung im Jahre 1769 2.814 Einwohner.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg kam Sylt 1866 an Preußen und wurde in die Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert. Seit dieser Zeit nahm der Fremdenverkehr langsam zu; die Kurgäste kamen per Postschiff von Tondern oder mit dem Schnelldampfer von Hamburg. In der Saison 1911 hatte das Seebad Westerland die bisherigen Modebäder Wyk auf Föhr und Büsum in der Beliebtheit und der Zahl der Übernachtungen überflügelt.

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20. Jahrhundert bis heute
Im Ersten Weltkrieg wurde auf Sylt mit der so genannten „Inselwache“ zwar deutsches Militär einquartiert, die Insel wurde aber nie zum Kriegsschauplatz. Baracken, Geschützstellungen und Kasernen wurden nach Kriegsende entweder ziviler Nutzung zugeführt oder abgerissen.

Nach dem Krieg stimmten die Sylter bei einer Volksabstimmung mit einer Mehrheit von 88 Prozent für die weitere Zugehörigkeit zu Deutschland. Der damalige Hauptverbindungshafen Hoyer lag nun jedoch in Dänemark, so dass die Anreise zur Insel für deutsche Gäste eine umständliche „Auslandsreise“ wurde. Auch vor diesem Hintergrund wurde das Projekt eines Eisenbahndammes vom deutschen Festland durchs Wattenmeer vorangetrieben. Im Jahr 1927 wurde der elf Kilometer lange, nach Reichspräsident Paul von Hindenburg benannte Hindenburgdamm eröffnet, über den bis heute die Marschbahn führt. Die Fährverbindung nach Hoyer konnte gleichzeitig eingestellt werden.


Haus Kliffende in KampenIn den 1930er Jahren galt die Insel auch unter vielen prominenten Anhängern des Nationalsozialismus wie Hermann Göring als schick. Die nationalsozialistische Ideologie gewann nach und nach an Boden. Viele Hoteliers und Gastwirte des zuvor als liberal geltenden Seebades Westerland passten sich schnell an: Sie bezeichneten ihr Haus als „judenfrei“ und erklärten jüdische Gäste für unerwünscht (siehe auch: Bäder-Antisemitismus). Auch die Nazi-Organisation Kraft durch Freude (KDF) nutzte Sylt als Urlaubsort. So kam es, dass in Westerland bald in zahlreichen Strandburgen und Vorgärten Hakenkreuzflaggen wehten. Im Gegensatz dazu zog das intellektuelle Kampen weiterhin Künstler und Literaten an, die dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstanden. Einer der Treffpunkte war das Haus Kliffende in der Kampener Heide. Auch ein Aufmarsch der SA konnte die damalige Pensionswirtin Clara Tiedemann nicht beeindrucken – sie weigerte sich standhaft, die Hakenkreuzflagge zu hissen.

Im Jahr 1938 erfolgte zusammen mit dem Bau des Nössedeichs die Eindeichung des Rantumbeckens durch den Reichsarbeitsdienst. Man wollte einen tidenunabhängigen Wasserflugplatz errichten, der jedoch schon bei seiner Fertigstellung nicht mehr als „kriegswichtig“ eingestuft wurde. Das Rantumbecken dient heute als Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.

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Eine Bunkeranlage im Süden von WesterlandIm Zweiten Weltkrieg wurde Sylt zum Sperrgebiet erklärt und der Fremdenverkehr kam vollständig zum Erliegen. Es wurden massive Bunkeranlagen und Seezielbatterien mit schweren Geschützen in den Dünen gebaut, die der Stationierung von 10.000 Soldaten auf der Insel dienen sollten. Man erwartete eine mögliche Invasion der Alliierten über die Nordsee – diese geschah jedoch in der Normandie, so dass Sylt weitgehend von kriegerischen Handlungen verschont blieb. Gezielte Bombenangriffe erfolgten am 7. September 1939, 8. September 1939, 3. Dezember 1939, 19. März 1940 und 17. Dezember 1940 durch englische Verbände, hierdurch entstanden an Zivilgebäuden jedoch lediglich geringe Schäden. In den letzten Kriegstagen fand die Invasion durch die Engländer mit Panzern und Fahrzeugen über den Hindenburgdamm statt. Es kam zur Kapitulation ohne Gegenwehr.

1945 wurden Heimatvertriebene der ehemaligen deutschen Ostgebiete, vorwiegend aus Ostpreußen, in den alten Wehrmachtswohnungen und Lagern aufgenommen. Dadurch verdoppelte sich die Bevölkerung auf rund 25.000 Einwohner. Ein Großteil der zunächst in Lagern Untergebrachten fand mit dem Wiederaufbau des Fremdenverkehrs Arbeit auf Sylt und blieb.

Eine kleine Gruppe Heimatvertriebener stellten die von ihrer Insel vertriebenen Helgoländer dar. Die Engländer erklärten nach 1945 die Insel Helgoland zum Sperrgebiet und nutzten sie als Bombenabwurfplatz, so dass die Insel bis 1952 unbewohnbar blieb. Einige Helgoländer siedelten sich auf Sylt an, insbesondere in Hörnum, von wo aus sie mit ihren Fischkuttern und Booten weiterhin ihre heimatlichen Gewässer anfahren konnten und so den Kontakt zu Helgoland und zur Nordsee behielten. Anders als die Heimatvertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete konnten die Helgoländer unmittelbar nach der Freigabe „ihrer“ Insel zurückkehren. Diese Chance ließ sich kaum ein Exil-Helgoländer entgehen, so dass heute kaum noch ehemalige Helgoländer zur Sylter Bevölkerung zählen.

In den 1950er und 1960er Jahren stiegen mit der zunehmenden Reiselust der Deutschen die Übernachtungszahlen wieder stark an. Die Insel veränderte durch zahlreiche Baumaßnahmen zusehends ihr Gesicht. Ab Mitte der 1960er Jahre entstand das Westerlands Silhouette prägende „Neue Kurzentrum“ mit seinen drei bis zu 13-stöckigen Appartementblöcken unmittelbar am Meer. Zahlreiche weitere mehrgeschossige Appartementhäuser folgten. Durch den erheblich angestiegenen Individualverkehr wurden verkehrsberuhigende Maßnahmen nötig, die Fußgängerzonen und Bereiche mit Nachtfahrverbot in Westerland entstanden.

Aktuell gibt es in unterschiedlichen politischen Gremien Bestrebungen, die Insel auch verwaltungspolitisch zu einer Gebietskörperschaft zusammenzufassen. So fusionierten am 1. Januar 2009 die beiden größten Gemeinden Sylt-Ost und Westerland zusammen mit Rantum zur „Gemeinde Sylt“. Ob und wann sich die restlichen Inselgemeinden dieser Fusion anschließen, ist in den jeweiligen politischen Gremien umstritten.

Die Sylter Inselbahn
Hauptartikel: Sylter Inselbahn

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Sylter Inselbahn (1894)Von 1888 bis 1970 verfügte die Insel Sylt über Schmalspurbahnen mit 1.000 mm Spurweite, die anfangs von mehreren Gesellschaften gebaut und betrieben wurden. Die erste Strecke der Sylter Inselbahn befuhr ab 1888 in den Sommermonaten die etwa 4,2 km lange Strecke vom Hafen Munkmarsch in die Inselmetropole Westerland, weitere Strecken von Westerland nach Hörnum im Süden der Insel und von Westerland nach List im Norden folgten ab 1903 bzw 1907.

Während der beiden Weltkriege ergänzten Reichswehr bzw. Wehrmacht dieses Streckennetz um einige Kilometer, um ihre oft abgelegenen Lager und Geschützstellungen anzubinden. So wurden große Teile des Ellenbogens bei List mit einem Schienennetz versehen. In den 40er Jahren verfügte Sylt über die Inselbahn mit dem längsten Streckennetz in Deutschland. Diese Strecken wurden jedoch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig abgebaut.

In den 1950er Jahren erlebte die Inselbahn durch den Fremdenverkehr einen erneuten Aufschwung, der den Siegeszug des Individualverkehrs auf Sylt jedoch auch nicht aufhalten konnte. So wurden Nord- und Südbahn am 29. Dezember 1970 stillgelegt; die alte Ostbahn von 1888 war bereits im Sommer 1927 aufgegeben worden. Den Personenverkehr verlegte die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) von nun an ausschließlich auf Linienbusse.

Friesenhäuser
Hauptartikel: Geesthardenhaus

Raumaufteilung des Uthlandfriesischen Hauses im VergleichDie Insel war ursprünglich auf Grund der Kargheit des Landes und des unwirtlichen Klimas recht dünn besiedelt. So existierten um 1800 in Wenningstedt gerade einmal acht Stavenplätze und in List nur zwei Höfe. Hörnum war bis etwa 1900 völlig unbesiedelt und der Ort Rantum musste zeitweise völlig vor dem starken Sandflug kapitulieren, der Höfe, Weideland und Felder unter sich begrub. Die ursprünglich Bauweise waren die reetgedeckten, niedrigen Friesenhäuser. Im Unterschied zu den Häusern auf dem Festland weisen die so genannten Uthlandfriesischen Häuser einen spitzen Giebel über der Eingangstür auf, der sich bis knapp unter den First erstreckt.

Die Häuser stehen fast alle in Ost-West-Richtung, um dem vorherrschenden Westwind eine möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten. Im dem Wetter zugewandten Westteil der Häuser befanden sich die Ställe, sodass der Wohnbereich auf der geschützteren Ostseite lag. Die Dachgeschosse der alten Häuser wurden nicht zum Wohnen genutzt, sondern dienten als Heu- und Vorratslager, das über eine Heuluke in dem oben erwähnten Friesengiebel erreichbar war.

Bis heute erhaltene Friesenhäuser stehen nahezu ausnahmslos unter Denkmalschutz, dennoch wurden fast alle Häuser mit mehr oder weniger starken baulichen Veränderungen zu reinen Wohn- oder Appartementhäusern umgewandelt. Dabei wurde insbesondere durch den nachträglichen Einbau von Dachgauben, sowie den Umbau des ehemaligen Stallteils zu Wohnzwecken das äußere Bild des Hauses stark verändert. Lediglich das vom Söl’ring Forinning schon seit 1907 als Museum betriebene so genannte „Altfriesische Haus“ in Keitum aus dem Jahre 1737 zeigt die ursprüngliche Nutzungs- und Bauform dieser Gebäude weiterhin auf. Erhalten sind neben der eigentlichen Bausubstanz auch viele typische Ausstattungsgegenstände und Möbel, wie der in die Wand eingelassenen Alkoven mit dem nur 1,75 m langen Bettkasten, die Rauchküche mit offenem Herd und Feuerstelle für den in der Kööv (=Döns) gelegenen Ofen. Ein weiteres im Originalzustand belassenes Haus befindet sich im Freilichtmuseum Molfsee.

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