Hauptmenü
Sylt (dänisch: Sild, friesisch: Söl) ist die größte nordfriesische Insel. Sie erstreckt sich in Nord-
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Sylt ist mit 99,14 km² die viertgrößte deutsche Insel und die größte Nordseeinsel Deutschlands. Sylt liegt zwischen 9 und 16 Kilometer vor der Küste des Festlands, mit dem sie über den 11 Kilometer langen Hindenburgdamm verbunden ist. Südöstlich von Sylt befinden sich die Inseln Amrum und Föhr, nördlich liegt die dänische Insel Rømø. In der Nähe der Sylter Nordspitze liegt die Insel Uthörn.
Die Insel erstreckt sich über 38,0 Kilometer in Nord-
Die Form der Insel hat sich im Lauf der Zeit ständig verändert; ein Prozess, der auch heute noch im Gange ist. Der nördliche und der südliche Nehrungshaken der Insel bestehen ausschließlich aus wenig fruchtbaren Sandablagerungen, während der Mittelteil der Insel, im Bereich der Gemeinden Westerland, Wenningstedt und Sylt-
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Klimatische Verhältnisse
Klimadiagramm von List auf SyltAuf Sylt herrscht ein vom Golfstrom beeinflusstes Seeklima. Die Wintermonate sind mit durchschnittlich etwa 2 °C etwas milder als auf dem benachbarten Festland, die Sommermonate dagegen mit durchschnittlich 17 °C, trotz längerer Sonnenscheindauer, etwas kühler. Im Jahresdurchschnitt hat Sylt täglich 4,4 Stunden Sonnenschein. Dass Sylt mit 1899 Sonnenstunden im Jahr 2005 rund 180 Stunden mehr Sonnenschein als der Bundesdurchschnitt hatte, ist mit dem geringen Relief der Küste zu begründen. Wolken können sich nicht so schnell stauen und werden in der Regel durch den konstanten West-
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,5 °C. Der Wind weht im Jahresdurchschnitt mit 6,7 m/s vorwiegend aus westlichen Richtungen. Die Jahresniederschlagsmenge liegt bei rund 650 mm. Aktuelle Klima-
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Formung und Bedrohung durch das Meer
Sylt auf einer Karte des Johannes Mejer von 1648. Gut zu erkennen sind der Königshafen bei List und die heute untergegangenen damaligen Kirchspiele darunter die alte Kirche von EidumDie Insel Sylt in ihrer jetzigen Gestalt existiert erst seit etwa vierhundert Jahren. Sie entstand wie die Festlandgeest aus Altmoränen und hat deshalb einen Geschiebemergelkern, der heute in der Mitte und im Westen der Insel mit Kliff, Dünen und Sandstrand sichtbar ist. Dieser Geestkern erodierte, nachdem ihn der Anstieg des Meeresspiegels vor 8000 Jahren der starken Strömung entlang des steilen Inselsockels aussetzte. Dabei lagerten sich die Sedimente südlich und nördlich an. Die Westkante, die ursprünglich zehn Kilometer vor der heutigen Küste lag, verlagerte sich so stetig nach Osten, während gleichzeitig die Insel im Norden wie im Süden länger wurde. Um diesen Geestkern lagerte sich nach den Eiszeiten Marschland an.
Zwar wird Sylt bereits 1141 als Insel bezeichnet, doch gehörte sie vor der ersten Großen Mandränke 1362 zu einer von Prielen durchzogenen Landschaft und war zumindest bei Niedrigwasser trockenen Fußes vom Festland erreichbar. Erst nach dieser Flut entwickelte sich durch die Bildung von Nehrungshaken aus dem von den Meeresströmungen verdrifteten abgetragenen Material die gegenwärtige charakteristische Gestalt. Dabei waren und sind besonders die nördlichen und südlichen Enden der Insel großen Veränderungen unterworfen. So war Listland im 14. Jahrhundert für einige Zeit vom Rest der Insel getrennt und durch die Entstehung des Ellenbogens versandete der Königshafen bei List ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Zusätzlich zum schleichenden Landschwund belastete die Einwohner während der sogenannten Kleinen Eiszeit der Sandflug. Die nach Osten wandernden Dünen bedrohten Land und Siedlungen, weshalb sie ab dem 18. Jahrhundert durch die Bepflanzung mit Strandhafer befestigt wurden. Das hatte jedoch zur Folge, dass abbrechendes Material vermehrt abdriftete und die Inselsubstanz weiter abnahm.
Ab 1870 existieren Aufzeichnungen des jährlichen Küstenrückgangs. Demnach verlor Sylt in den Jahren 1870 bis 1951 jährlich durchschnittlich 0,4 Meter im nördlichen und 0,7 Meter im südlichen Küstenabschnitt. 1951 bis 1984 steigerte sich die Rate auf 0,9 bzw. 1,4 Meter, während die Küstenlinie an den Inselenden bei Hörnum und List noch größeren Veränderungen unterworfen ist.
Durch schwere Sturmfluten in den letzten Jahrzehnten ist Sylt immer wieder in Gefahr, auseinander zu brechen, so trennte die Sturmflut 1962 Hörnum vorübergehend vom Rest der Insel. Besonders gefährdet ist dabei eine nur rund 500 Meter breite Schmalstelle südlich von Rantum.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Küstenschutz
Eine Stahlbeton-
In den 1960er Jahren versuchte man durch die so genannten Tetrapoden, die am Fuße der Dünen entlang, oder – ähnlich wie die Buhnen – ins Meer hinaus verlegt wurden, die Meeresgewalten zu stoppen. Die tonnenschweren, in Frankreich entwickelten vierfüßigen Betonelemente waren für den Sylter Strand zu schwer und konnten die Erosion ebenfalls nicht aufhalten. Vor dem Hörnumer Weststrand sind sie deshalb ab Mitte 2005 wieder entfernt worden.
Seit Anfang der 1970er Jahre wird, als zurzeit einzig wirksames Mittel gegen die Erosion, Sand vor die Küsten der Insel gespült. Baggerschiffe, so genannte Hopperbagger, pumpen durch Rohrleitungen ein Wasser-
Als Alternative wird die Verstärkung eines natürlichen Riffs vor der Küste diskutiert. Ein entsprechender Versuch wurde in den Jahren 1996 und 2003 unternommen. Die auf dänischen Inseln erfolgreiche Sanddrainage ist wegen der Versteilung des untermeerischen Hangs vor Sylt nicht Erfolg versprechend.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Sandvorspülung mit Tetrapoden am WeststrandParallel zu den Sandvorspülungen hat man an einigen Strandabschnitten damit begonnen, die oben erwähnten Buhnen, die sich für den Küstenschutz als weitgehend nutzlos erwiesen hatten, mit großem Aufwand abzutragen. Dieser Maßnahme ist auch die wohl berühmteste Buhne der Insel, die BUHNE 16, Namensgeberin des gleichnamigen FKK-
Einige Experten fürchten trotz all dieser Maßnahmen, dass Sylt bis Mitte des 21. Jahrhunderts erhebliche Landverluste hinnehmen müsse. Die voranschreitende globale Erwärmung werde zu vermehrter Sturmaktivität führen, was erhöhte Landverluste und als erste Konsequenz den Verlust z. B. der Versicherbarkeit von Eigentum zur Folge haben könnte. So haben Messungen ergeben, dass die Wellenenergie sich nicht mehr wie früher am Vorstrand erschöpft, sondern ihre zerstörerische Wirkung auch auf den Strand ausweitet ist. Das führt zu einem Sedimentverlust von rund 1,1 Millionen m³ jährlich.
Die Dünengebiete der Insel stehen unter Naturschutz und dürfen nur auf gekennzeichneten Wegen betreten werden. So genannte „wilde“ Wege leisten der Erosion Vorschub und dürfen nicht begangen werden. Dort, wo die Vegetation zertreten wird und keine Wurzeln den Sand festhalten, wird er von Wind und Wasser abgetragen.
Das Wattenmeer, östlich zwischen Sylt und dem Festland gelegen, ist seit 1935 Natur-
Auch die Beweidung der Deiche und der Heideflächen durch Schafe dient letztlich dem Küstenschutz, da die Tiere den Bewuchs kurz halten und mit ihren Klauen die Grasnarbe verdichten: So fördern sie die Entwicklung einer kompakteren Deichoberfläche, die bei einer Sturmflut den Wellen weniger Angriffsfläche bietet.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Siedlungsstruktur
Sylt hat 21.190 Einwohner, davon leben 9.072 in Westerland (Stand 12/2007). In diesen Zahlen sind die Zweitwohnungsbesitzer nicht enthalten.
Die Insel Sylt ist in zwei Verwaltungsbereiche unterteilt. Die neugegründete Gemeinde Sylt umfasst die ehemals selbständigen Orte Westerland, Sylt-
Die Orte entlang der Westküste
Hafen und Fähranleger in ListEntlang der Sylter Westküste liegen sechs Orte. Die Gemeinde List ganz im Norden der Insel und zugleich die nördlichste Gemeinde Deutschlands, bewahrte durch ihre entfernte Lage zum damaligen Hauptort Keitum und ihre lange Zugehörigkeit zu Dänemark eine größere Eigenständigkeit. An ihrer Ostseite liegt der Schutzhafen, von dem neben Ausflugsschiffen auch die Fähre „Sylt-
Nachdem die Allerheiligenflut am 1. November 1436 den Ort Eidum vollständig zerstört hatte, gründeten die Überlebenden nordöstlich einen neuen Ort Westerland. Dieser wurde 1462 erstmals urkundlich erwähnt. 1855 wurde das Seebad gegründet, 50 Jahre später erhielt Westerland die Stadtrechte. 1949 wurde es schließlich als Heilbad anerkannt. Die Stadt hatte Ende des Jahres 2007 9.072 Einwohnerund ist heute Verwaltungssitz der Gemeinde Sylt Südlich von Westerland läuft die Insel noch als schmaler Nehrungshaken etwa 15 km an einer fiktiven Flut-
Dieser Nehrungshaken wird vor allem durch den vom Westwind aufgebauten Dünenwall geprägt. Nach Osten finden sich vereinzelt schmale Marschlandstreifen. Hörnum an der Südspitze der Insel gilt als der jüngste Ort; erst kurz nach 1900 wurde er dauerhaft besiedelt. Aber schon in früherer Zeit soll die unbesiedelte Südspitze der Insel Fischern und Seeräubern als vorübergehender Unterschlupf gedient haben. Aus dieser Zeit soll die noch heute verwendete Flurbezeichnung „Budersand“ stammen; sie bezeichnet eine mächtige Düne an der Ostseite des Ortes, auf der in früheren Zeiten „Buden“ – also Hütten – gestanden haben sollen. Von ständigen Sandverlusten ist die Südspitze der Insel, die so genannte „Odde“, gezeichnet; Jahr für Jahr werden große Teile der Dünenlandschaft durch Sturmfluten und Gezeiten abgetragen. Auch Küstenschutzbauwerke erzielten keine nachhaltige Wirkung, so dass auch in Zukunft zu erwarten ist, dass die „Odde“ weiter schrumpfen wird.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Sylt-
TinnumburgDer Osten der Insel, Sylt-
Auf dem Gemeindegebiet von Tinnum liegt auch der Flughafen Sylt (IATA: GWT), ein ehemaliger Luftwaffenstützpunkt, der nun ausschließlich zivil genutzt wird. Der Name „Munkmarsch“ soll der Überlieferung nach die Bedeutung „Mönchsmarsch“ haben. Es hat sich somit bei den Wiesen um fruchtbares Marschland gehandelt, welches ab ca. 1200 zu einem (Mönchs-
Das Morsum-
Das ganz im Osten der Insel gelegene Morsum (friesisch: Muasem) liegt an der 1,8 km langen und bis zu 21 m hohen Steilküste Morsum-
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Vorgeschichte und Geschichte
Vorgeschichte
Das Gebiet der heutigen Insel blieb bis etwa zum Beginn der mittleren Steinzeit durch bäuerliche Siedler unberührt. Von der jägerischen Urbevölkerung wurden keine Relikte gefunden, doch im Neolithikum zog das etwas höher gelegene Gelände Siedler an, die sich vor dem steigenden Meeresspiegel zurückzogen. Vor 4000 Jahren, in der Bronzezeit, war das Gebiet eng besiedelt und die Bevölkerung verhältnismäßig wohlhabend, wie aus reichen Grabfunden geschlossen werden kann. Der Meeresspiegel sank zu dieser Zeit wieder, so dass weite Marschflächen landwirtschaftlich genutzt werden konnten.
Das Temperaturoptimum nach der Zeitenwende verkleinerte die Siedlungsfläche wieder erheblich. Das steigende Wasser zwang die Bevölkerung zur Auswanderung, so dass ab etwa 400 n. Chr. kaum noch Besiedlung nachzuweisen ist.
Steinzeit
DenghoogDas Erdgrab von Tinnum, aus der Gruppe der Thinghügel, lässt erstmals Bezüge zu den späteren Hünengräbern erkennen. Statt Findlingen umgibt hier ein rechteckiger Steinrahmen eine Körperbestattung im Holzsarg. Insgesamt sind auf Sylt 47 Megalithanlagen in Langbetten und Rundhügeln nachgewiesen, die aber weitgehend ausgegangen sind. Während der Urdolmen fehlt, sind ganglose, erweitere Dolmen nördlich von Kampen, westlich von Archsum (Nössemarsch) und östlich von Keitum (der versetzte Harhoog) erhalten. Auch Polygonaldolmen in Rundhügeln und, was selten ist, in Langbetten sind nachgewiesen. Erhalten ist eines nördlich des Bahnhofs von Kampen. Zerstört wurde ein Bett mit drei Polygonaldolmen in der Nähe des Leuchtturms und eines, das sich im Strumphoog befand. Teilweise wurden bronzezeitliche Nachbestattungen und eisenzeitliche Urnengräber in den Hügeln gefunden. Unter den lokalen Ganggräbern ragen der Denghoog von Wenningstedt und der Merelmerskhoog bei Archsum heraus. Das Grab im Kolkingehoog wurde bei der Sturmflut von 1825 zerstört. Andere am Kliff gelegene Anlagen hatten ein ähnliches Schicksal oder wurden verlegt. Die neolithischen Siedlungen, insbesondere auf der Archsumer Geest nachgewiesen, wurden bei der Vermarschung des Gebietes überlagert. Die Gruppe der kleinen Grabhügel, die der Schnurkeramik zuzuordnen sind, stellen die letzte Form der steinzeitlichen Monumente dar.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Bronze-
In der Bronzezeit, die im Norden spät einsetzte, entstanden die großen, reich ausgestatteten Grabhügel, die meist 5 m, u. U. aber auch 7 m hoch, in fünf großen Gruppen die Insel zu beherrschen scheinen. Viele dieser Denkmäler wurden mittlerweile abgetragen oder durch Bebauung oder Landwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten eingeebnet; einer der sehr seltenen noch erhaltenen bronzezeitlicher Langhügel liegt nördlich von Kampen zwischen den runden Krockhoogen. Auch im Watt östlich der Insel finden sich Siedlungsspuren.
Aus der Eisenzeit stammt die gut erhaltene Tinnumburg und die fast verschwundenen Burgen bei Achsum und Rantum. Wozu sie zu ihrer Erbauungszeit genutzt wurden, kann nicht mehr rekonstruiert werden, vielleicht waren es Heiligtümer. Bei der Wiederbesiedlung Sylts im 8. Jahrhundert nutzten die neuen Siedler die befestigen Plätze zur Anlegung eines Dorfes, das jedoch bereits bald wieder aufgegeben wurde.
Die Spuren der Wikingerzeit sind wesentlich unspektakulärer und bestehen aus Fundstellen mit Siedlungsresten und einer großen Zahl von tellartigen Wohnhügeln, den Warften.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Geschichte
Name
Der Name Sild wurde erstmalig um das Jahr 1141 im Schenkungsbuch des Klosters Odense urkundlich erwähnt; im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. von 1231 findet sich der Name Syld und im Register des Domkapitels zu Schleswig werden im 14. und 15. Jahrhundert die Namen Syld und Sylt verwandt. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich die einheitliche und noch heute gültige Schreibweise durch.
Über die Herkunft des Namens Sylt gibt es verschiedene Theorien. Die erste besagt, dass der Name aus dem angelsächsischen Sprachraum stamme und mit dem heutigen englischen Wort für Schwelle (engl.: sill) verwandt sei; er hätte also die Bedeutung „Landschwelle“. Aus angelsächsischer Sicht war die nordfriesische Küste bei Sylt für gen Osten fahrende Seeleute die erste Landschwelle des europäischen Festlandes.
Ein anderer Ansatz geht vom Ursprung des Namens im dänischem Wort für Hering, Sild, aus, da die Sylter Seefahrer ehemals sehr aktiv den Heringsfischfang betrieben. Für die damals große Bedeutung des Herings für die Insel spricht, dass bereits im Jahre 1668 der Hering als Wappentier auf Sylt nachgewiesen ist.
Nach einer dritten Erklärung ist der Name von dem altem dänischen Wort sylt („Salzwiese“ oder „Brackwasser“) abgeleitet. Dieser Wortstamm findet sich im skandinavischen Sprachraum in zahlreichen Ortsbezeichnungen wieder, z. B. in: Sylten in Nordostjütland, Syltemade auf Fünen und Syltholm auf Lolland bzw. Hellesylt in Norwegen.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Bis zum 19. Jahrhundert
Um das Jahr 460 n. Chr. wies das Gebiet westlich der heutigen Insel, damals Teil einer Marschenlandschaft, einen wohl bedeutenden Hafen auf. Unbestätigten Überlieferungen zufolge sollen die anglischen Heerführer Horsa und Hengist im 5. Jahrhundert vom damaligen Weststrand der „Insel“ zu ihrem Feldzug gegen die Romano-
Münzfunde aus der Merowingerzeit lassen darauf schließen, dass sich zu dieser Zeit Friesen auf der Flucht vor der Expansion des fränkischen Reichs im Gebiet der nordfriesischen Inseln niederließen.
Kirche St. Severin in KeitumDie älteste Kirche wurde um 1020 in Keitum an der Stelle eines früheren Odinheiligtums errichtet. Sie gehörte seit 1100 zum Kloster von Odense und wurde 1188 den Heiligen Knut und Ketel geweiht. Der Baumeister, der gleichzeitig mit der heutigen Kirche auch die Kirchen auf Pellworm und Föhr errichtete, soll angeblich an einem Tag zu Pferde von einer Baustelle zur anderen gelangt sein. Auch der König von Dänemark griff nach der Kielholtz-
1231 wird „Syld“ im Waldemar-
In der Zweiten Marcellusflut verlor Sylt große Marschflächen mit mehreren Kirchspielen im Osten und wurde damit zur Insel. Um 1400 wurde auch das Listland abgerissen und war eine Zeitlang eine eigene Insel. In der Allerheiligenflut 1436 ging Eidum, das westlich von Westerland gelegene Kirchspiel, unter. Rantum versank unter den Dünen.
Am 15. August 1386 überließ Königin Margrete I. Sylt den Grafen von Holstein-
Zwischen der um 1450 entstandenen Kielholtz-
Der Dreißigjährige Krieg berührte Sylt, als 1628 400 kaiserliche Soldaten die Insel betraten, jedoch bald wieder abzogen. Im folgenden Jahr erreichte die Pest Sylt. 1644 fand am Königshafen eine Seeschlacht zwischen einer dänischen und einer holländisch-
Um 1640 wird erstmals von einer Sylter Schule im Kirchspiel Keitum berichtet. Walfang, Seefahrt, Austernzucht und der Entenfang in Vogelkojen sorgten im 17. und 18. Jahrhundert für bescheidenen Wohlstand bei Teilen der Bevölkerung, während diejenigen, die als Kleinbauern und Landarbeiter auf dem kargen Boden arbeiteten, oftmals in großer Armut lebten. Die Verkoppelungsverordnung von 1766, die die Aufteilung der früheren Almende ermöglichte und auf dem Festland oft zu größeren Erträgen führte, trug bei den oft kleinen und unfruchtbaren Flurstücken auf Sylt nicht unwesentlich zur Verarmung bei. Die Insel hatte bei einer Volkszählung im Jahre 1769 2.814 Einwohner.
Nach dem Deutsch-
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
20. Jahrhundert bis heute
Im Ersten Weltkrieg wurde auf Sylt mit der so genannten „Inselwache“ zwar deutsches Militär einquartiert, die Insel wurde aber nie zum Kriegsschauplatz. Baracken, Geschützstellungen und Kasernen wurden nach Kriegsende entweder ziviler Nutzung zugeführt oder abgerissen.
Nach dem Krieg stimmten die Sylter bei einer Volksabstimmung mit einer Mehrheit von 88 Prozent für die weitere Zugehörigkeit zu Deutschland. Der damalige Hauptverbindungshafen Hoyer lag nun jedoch in Dänemark, so dass die Anreise zur Insel für deutsche Gäste eine umständliche „Auslandsreise“ wurde. Auch vor diesem Hintergrund wurde das Projekt eines Eisenbahndammes vom deutschen Festland durchs Wattenmeer vorangetrieben. Im Jahr 1927 wurde der elf Kilometer lange, nach Reichspräsident Paul von Hindenburg benannte Hindenburgdamm eröffnet, über den bis heute die Marschbahn führt. Die Fährverbindung nach Hoyer konnte gleichzeitig eingestellt werden.
Haus Kliffende in KampenIn den 1930er Jahren galt die Insel auch unter vielen prominenten Anhängern des Nationalsozialismus wie Hermann Göring als schick. Die nationalsozialistische Ideologie gewann nach und nach an Boden. Viele Hoteliers und Gastwirte des zuvor als liberal geltenden Seebades Westerland passten sich schnell an: Sie bezeichneten ihr Haus als „judenfrei“ und erklärten jüdische Gäste für unerwünscht (siehe auch: Bäder-
Im Jahr 1938 erfolgte zusammen mit dem Bau des Nössedeichs die Eindeichung des Rantumbeckens durch den Reichsarbeitsdienst. Man wollte einen tidenunabhängigen Wasserflugplatz errichten, der jedoch schon bei seiner Fertigstellung nicht mehr als „kriegswichtig“ eingestuft wurde. Das Rantumbecken dient heute als Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Eine Bunkeranlage im Süden von WesterlandIm Zweiten Weltkrieg wurde Sylt zum Sperrgebiet erklärt und der Fremdenverkehr kam vollständig zum Erliegen. Es wurden massive Bunkeranlagen und Seezielbatterien mit schweren Geschützen in den Dünen gebaut, die der Stationierung von 10.000 Soldaten auf der Insel dienen sollten. Man erwartete eine mögliche Invasion der Alliierten über die Nordsee – diese geschah jedoch in der Normandie, so dass Sylt weitgehend von kriegerischen Handlungen verschont blieb. Gezielte Bombenangriffe erfolgten am 7. September 1939, 8. September 1939, 3. Dezember 1939, 19. März 1940 und 17. Dezember 1940 durch englische Verbände, hierdurch entstanden an Zivilgebäuden jedoch lediglich geringe Schäden. In den letzten Kriegstagen fand die Invasion durch die Engländer mit Panzern und Fahrzeugen über den Hindenburgdamm statt. Es kam zur Kapitulation ohne Gegenwehr.
1945 wurden Heimatvertriebene der ehemaligen deutschen Ostgebiete, vorwiegend aus Ostpreußen, in den alten Wehrmachtswohnungen und Lagern aufgenommen. Dadurch verdoppelte sich die Bevölkerung auf rund 25.000 Einwohner. Ein Großteil der zunächst in Lagern Untergebrachten fand mit dem Wiederaufbau des Fremdenverkehrs Arbeit auf Sylt und blieb.
Eine kleine Gruppe Heimatvertriebener stellten die von ihrer Insel vertriebenen Helgoländer dar. Die Engländer erklärten nach 1945 die Insel Helgoland zum Sperrgebiet und nutzten sie als Bombenabwurfplatz, so dass die Insel bis 1952 unbewohnbar blieb. Einige Helgoländer siedelten sich auf Sylt an, insbesondere in Hörnum, von wo aus sie mit ihren Fischkuttern und Booten weiterhin ihre heimatlichen Gewässer anfahren konnten und so den Kontakt zu Helgoland und zur Nordsee behielten. Anders als die Heimatvertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete konnten die Helgoländer unmittelbar nach der Freigabe „ihrer“ Insel zurückkehren. Diese Chance ließ sich kaum ein Exil-
In den 1950er und 1960er Jahren stiegen mit der zunehmenden Reiselust der Deutschen die Übernachtungszahlen wieder stark an. Die Insel veränderte durch zahlreiche Baumaßnahmen zusehends ihr Gesicht. Ab Mitte der 1960er Jahre entstand das Westerlands Silhouette prägende „Neue Kurzentrum“ mit seinen drei bis zu 13-
Aktuell gibt es in unterschiedlichen politischen Gremien Bestrebungen, die Insel auch verwaltungspolitisch zu einer Gebietskörperschaft zusammenzufassen. So fusionierten am 1. Januar 2009 die beiden größten Gemeinden Sylt-
Die Sylter Inselbahn
Hauptartikel: Sylter Inselbahn
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr
Sylter Inselbahn (1894)Von 1888 bis 1970 verfügte die Insel Sylt über Schmalspurbahnen mit 1.000 mm Spurweite, die anfangs von mehreren Gesellschaften gebaut und betrieben wurden. Die erste Strecke der Sylter Inselbahn befuhr ab 1888 in den Sommermonaten die etwa 4,2 km lange Strecke vom Hafen Munkmarsch in die Inselmetropole Westerland, weitere Strecken von Westerland nach Hörnum im Süden der Insel und von Westerland nach List im Norden folgten ab 1903 bzw 1907.
Während der beiden Weltkriege ergänzten Reichswehr bzw. Wehrmacht dieses Streckennetz um einige Kilometer, um ihre oft abgelegenen Lager und Geschützstellungen anzubinden. So wurden große Teile des Ellenbogens bei List mit einem Schienennetz versehen. In den 40er Jahren verfügte Sylt über die Inselbahn mit dem längsten Streckennetz in Deutschland. Diese Strecken wurden jedoch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig abgebaut.
In den 1950er Jahren erlebte die Inselbahn durch den Fremdenverkehr einen erneuten Aufschwung, der den Siegeszug des Individualverkehrs auf Sylt jedoch auch nicht aufhalten konnte. So wurden Nord-
Friesenhäuser
Hauptartikel: Geesthardenhaus
Raumaufteilung des Uthlandfriesischen Hauses im VergleichDie Insel war ursprünglich auf Grund der Kargheit des Landes und des unwirtlichen Klimas recht dünn besiedelt. So existierten um 1800 in Wenningstedt gerade einmal acht Stavenplätze und in List nur zwei Höfe. Hörnum war bis etwa 1900 völlig unbesiedelt und der Ort Rantum musste zeitweise völlig vor dem starken Sandflug kapitulieren, der Höfe, Weideland und Felder unter sich begrub. Die ursprünglich Bauweise waren die reetgedeckten, niedrigen Friesenhäuser. Im Unterschied zu den Häusern auf dem Festland weisen die so genannten Uthlandfriesischen Häuser einen spitzen Giebel über der Eingangstür auf, der sich bis knapp unter den First erstreckt.
Die Häuser stehen fast alle in Ost-
Bis heute erhaltene Friesenhäuser stehen nahezu ausnahmslos unter Denkmalschutz, dennoch wurden fast alle Häuser mit mehr oder weniger starken baulichen Veränderungen zu reinen Wohn-
Keyword: Inselrundfahrten in Wyk Insel Föhr