Insel Föhr und Inselrundfahrten auf Föhr mit dem Friesenexpress Föhr

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Insel-Wangerooge

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Wangerooge (früher: Wangeroog) ist eine Insel im Niedersächsischen Wattenmeer innerhalb des gleichnamigen Nationalparks. Sie ist die östlichste der sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln und mit 7,94 km² Fläche das zweitkleinste bewohnte Eiland dieser Gruppe. Wangerooge gehört als einzige der bewohnten ostfriesischen Inseln nicht zum politischen Ostfriesland, sondern ist historisch Teil des friesischen Jeverlandes. Zentraler Wirtschaftsfaktor der autofreien Insel ist heute der Tourismus, außerdem ist sie Nordseeheilbad. Die Insel Wangerooge ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Friesland in Niedersachsen und hat 985 Einwohner.

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Geografie
Lage an der friesischen KüsteWangerooge ist eine deutsche Insel in der Nordsee. Sie ist die östlichste der sieben bewohnten ostfriesischen Inseln. Die Insel erstreckt sich in Ost-West-Richtung über 8,5 km Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt maximal 2,2 km im Westteil, auf Höhe des Ortes 1,2 km. Die Entfernung zum Festland beträgt 7 km. Westlich von Wangerooge, getrennt durch das Seegatt der Harle, liegt 2 km entfernt das Ostende von Spiekeroog. 2 km südöstlich, getrennt durch das Seegatt der Blauen Balje, beginnt die Insel Minsener Oog. An der Nordseite erstreckt sich ein etwa 100 m breiter und 3 km langer Sandstrand. Im Osten geht er in ein 500 m breites und 3 km langes Feld mit Sandablagerungen über. Im Westen der Insel bestehen zwei weitere Strände von 0,5 und 1 km Länge. Im Süden der Insel liegt das Wattenmeer, das zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehört und bei Niedrigwasser weitgehend trocken fällt. Unter der Insel findet sich in etwa 15 m Tiefe die Geestbasis. Die höchste Erhebung der Insel ist die Aussichts-Düne mit 17 m Höhe ü. NN, auf der 1990 eine Aussichtsplattform eingerichtet wurde. Die übrigen Sanddünen erreichen Höhen von bis zu 12 m.

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Klima
Wangerooge liegt im Bereich eines gemäßigten, sommerkühlen und vom Golfstrom beeinflussten Seeklimas. Bei geringen Temperaturschwankungen herrscht hohe Luftfeuchtigkeit. Die mittlere Sonnenscheindauer liegt mit durchschnittlich 1670 Stunden im Jahr über dem deutschen Mittelwert von 1550 Stunden. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt 787 Millimeter pro Quadratmeter im Jahr. Es gibt etwa 50 Frosttage im Jahr.


Fläche
Mit einer Fläche von 7,94 km² (2008) ist Wangerooge nach Baltrum das zweitkleinste Eiland der bewohnten Ostfriesischen Inseln, gelegentlich werden auch größere Flächenwerte (bis 8,5 km²) angegeben. Bei höheren Angaben sind Strandgebiete zugerechnet, die unterhalb der mittleren Tidehochwasserlinie (MTHW) liegen. Diese werden regelmäßig vom Meerwasser der Nordsee überspült und gelten daher nicht als Landgebiete. Da ein Teil der Landfläche (2,97 km²) als Teil einer Bundeswasserstraße nicht inkommunalisiert ist, umfasst die Gemeinde Wangerooge nur 4,97 km².


Landschaften
Meer- und Strandseite (oben) und Wattseite (unten) in den OstdünenWangerooge besteht aus den Landschaftsarten:

Strand (2,5 km²)
Dünen (1,7 km²)
Außengroden als Salzwiese (ca. 2,1 km²)
Innengroden als Marsch (ca. 2,1 km²) mit:
Westgroden mit Weide (47 ha)
Dorfgroden mit dem Inseldorf (20 ha)
Ostgroden mit Weide und Flugplatz (100 ha)
Im Westaußengroden gibt es einen Salzwassersee, der Lagune genannt wird. Er entstand 1912 beim Ausheben von Sand und Schlick zum Deichbau (Westgrodendeich). Der seichte See hat sich zur Raststätte für Seevögel entwickelt.

In früheren Jahrhunderten scheint das Watt zwischen Insel und Festland flacher gewesen zu sein. Schon aus dem 15. Jahrhundert wird berichtet, dass der Herr von Jever Tanno Düren mit Pferd und Wagen auf die Insel gefahren sei. Im 18. Jahrhundert bestand ein Weg zwischen Minsen und Wangerooge, Strick-Pad genannt (zum Teil mit Wasser bestrichener Pfad), der als Fußweg benutzt wurde; auch Vieh wurde hier hinüber getrieben.

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Süd- und Ostdrift
Wie auch die übrigen Inseln der ostfriesischen Inselkette verlagerte sich Wangerooge im Laufe der Jahrhunderte stetig durch den Einfluss von Wind- und Meeresströmungen. Wangerooge hat dabei die größten Form- und Lageveränderungen erlebt und gilt als die labilste der Inselkette. Diese Entwicklung ist anhand von historischen Karten nachvollziehbar, die seit etwa dem 17. Jahrhundert existieren. Es kam einerseits zu einer Südwanderung, die mit dem Festlandseinbruch der Harlebucht im 14. Jahrhundert im Zusammenhang stand. Weit massiver war die West-Ost-Drift, die aus dem nach Osten gerichteten Gezeitenstrom und der nagenden Tätigkeit des Seegatts der Harle resultiert. Dadurch verlor die Insel zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert im Westen etwa 2 km Land und nahm im Osten etwa 4 km an Länge zu.

Infolge der Verlagerung mussten im Laufe der Inselgeschichte Siedlungen immer wieder aufgegeben und nach Osten verlegt werden. 1586 zerstörte das Meer im Westen den alten Westturm der St.-Nicolai-Kirche, dessen Spuren noch 1821 bei Ebbe zu sehen waren. Danach entstand 1602 ein Turm, der damals noch im Osten der Insel stand; er wurde im Laufe der Zeit wieder zum Westturm.

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Flora und Fauna

Kleinbiotop in einem wassergefüllten Bombentrichter
Gewöhnlicher Strandflieder in den Salzwiesen der InselDie Flora der Insel ist geprägt von der ursprünglichen Vegetationsarmut der Inseloberfläche, die oft durch Sandstürme versandete. Erst durch gezielte Aufforstungen entstanden kleinere Wald- und Buschgebiete. Dies sind im Osten der Insel das Jade-Wäldchen nahe dem Wasserwerk und ein etwa 7 ha großer Gehölzstreifen aus Pappeln und Weiden nördlich des Flugplatzes. Die genügsame Kartoffelrose fand auf der Insel ideale Lebensbedingungen und verbreitete sich seit ihrer ersten Anpflanzung 1936 rasch in den Dünen. Viele der mittlerweile mit Wasser gefüllten Bombentrichter des Luftangriffs von 1945 haben sich zu ökologisch wertvollen Kleinbiotopen entwickelt.

Die Insel verfügt über eine artenreiche Fauna. Zu den Vogelzugzeiten rasten große Vorkommen an Zugvögeln auf der Insel. Das Watt dient den riesigen Schwärmen als reichhaltige Nahrungsquelle mit Muscheln, Würmern und anderen Kleinlebewesen. Die Salzwiesen werden von Enten und Gänsen als Weidegründe genutzt. Jährlich sind etwa 200 Gastvogelarten zu beobachten, die häufigsten sind Alpenstrandläufer, Brachvogel, Knutt, Kiebitze und Brandgänse. Weitere vorkommenden Vogelarten sind Tauchenten, Rotschenkel, Eiderente, Trauerente, Austernfischer, Brandseeschwalbe, Goldregenpfeifer, Hochseevögel, Lachmöwe, Silbermöwe. Auf der Insel brüten rund 80 Vogelarten, darunter befinden sich etwa 45 Singvogelarten. In den Dünen leben Feldhasen und Fasane. Über den Dünen jagen Turmfalken, auch Sumpfohreulen und Kornweihen lassen sich beobachten.

Auf Wangerooge betreibt der Landesverband der Imker Weser-Ems eine Insel-Belegstelle für Honigbienen der Carnica-Rasse. Durch die Insellage kommen für die Begattung der Bienenköniginnen nur die von den Bienenzüchtern erwünschten Drohnen in Frage. Sie befinden sich in Bienenvölkern auf der Belegstelle.

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Name
Der Name Wangerooge setzt sich zusammen aus dem altgermanischen Wort Wanga für Wiese und dem friesischen Wort Oog für Insel, was sich in direkter Übersetzung als Wieseninsel deuten lässt. Benannt ist die Insel allerdings nach dem Wangerland (Wiesenland), dem die Insel vorgelagert ist. Der Name Wangerooge bedeutet: die zum Wangerland gehörende Insel. Das Wangerland hat wiederum seinen Namen nach dem alten friesischen Gau Wanga, der bereits zu Zeiten Karls des Großen erwähnt wurde. Siedlungsfunde in diesem Bereich gibt es schon aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Seit dem Mittelalter wird das Gebiet nördlich von Jever, ungefähr in dem Dreieck der Orte Harlesiel, Schillig und Hooksiel einschließlich der Insel Wangerooge als Wangerland bezeichnet. Heute trägt auf dem Festland die Großgemeinde Wangerland diesen Namen. Ihr gehört die Insel heute nicht mehr an, sondern sie ist Einheitsgemeinde im Landkreis Friesland.


Von -oog zu -ooge
Erst seit 1885 heißt die Insel Wangerooge, deren frühere Bezeichnungen Wangeroich (1532), Wangero (1597), Wangeröhe (1613) und danach Wangeroog (analog zu Langeoog oder Spiekeroog) lauteten. Bei der Namensänderung von 1885 fügte das Großherzogtum Oldenburg, gegen den Widerspruch der Inselbewohner, per Erlass ein E an Wangeroog.

Geschichte und Vorgeschichte

Die Insel im 16. Jahrhundert, Wattflächen grünNach einer Hypothese bildeten sich die ostfriesischen Inseln etwa um 3000 v. Chr. als Sandbänke auf dem flachen Nordseegrund, auf denen der Wind Dünen aufblies. Seither veränderten die Erhebungen stetig ihre Lage im Kräftespiel von Strömungen, Seegang und Wind. Dadurch gibt es auf Wangerooge keine vorgeschichtlichen Funde.

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Mittelalter
Erstmals urkundlich erwähnt wird eine Siedlung auf Wangerooge 1306 in einem Vertrag zum Strandrecht zwischen Bremen und dem Gau Östringen. Eine weitere Erwähnung erfolgt 1327 in Urkunden über Verhandlungen zur Freilassung des Schiffskapitäns Thithard, der von Wangerooge stammte. Er war mit seinem Schiff sturmbedingt nach Seeland verschlagen und in die Gewalt des Grafen von Holland geraten. Während der Häuptlingszeit 1350 bis 1464 gehörten die ostfriesischen Inseln, darunter auch Wangerooge, zum Herrschaftsgebiet der Familie tom Brok. Wangerooge wird dabei 1398 in einer Urkunde erwähnt. Darin übereignete Widzeld tom Brok seine Gebiete, darunter Wangeroch, dem Herzog Albrecht von Bayern als Graf von Holland und erhielt sie von ihm als Lehen.


Bedrohung durch das Meer und Inselschutz

Karte von Wanger Oge durch Karl Ludwig von Le Coq 1805: Hauptinsel mit Inseldorf und drei Teilinseln
Deckwerke aus Stein gegen Sturmfluten an der WestseiteWangerooge in seiner heutigen Erscheinungsform ist eine vom Menschen geformte Insel mit stabiler Lage und Form. Das ist auf die aufwändigen Inselschutzmaßnahmen zurückzuführen, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen wurden. Ohne sie wäre die Insel wahrscheinlich in die Jadeströmung gewandert.

Bis zur Allerheiligenflut 1570 bestand das Inseldorf rund um die St.-Nicolai-Kirche aus etwa 50 Häusern. Um 1650 gab es 60 Häuser mit 360 Bewohnern auf der Insel. Durch die Weihnachtsflut 1717 mit ihren Zerstörungen ging die Bevölkerungszahl zurück, und für 1775 sind nur noch 150 Personen in 28 Häusern überliefert.

An Neujahr 1855 riss eine schwere Sturmflut die Insel in drei Teile. Die Hauptinsel hatte nur noch 175 ha Fläche (zum Vergleich: heute sind es rund 500 ha). Die Flut richtete im alten Inseldorf um den damaligen Westturm starke Zerstörungen an, bei denen nur der 1602 fertiggestellte Turm stehen blieb. Die meisten Bewohner (233) verließen die Insel. Die Oldenburger Regierung wollte das Eiland ganz aufgeben und siedelte die meisten Inselbewohner auf dem Festland in Hooksiel und in der Nähe vom Vareler Hafen an. Die Siedlung bei Varel, in der das Wangerooger Inselfriesisch gesprochen wurde, trägt noch heute den Namen Neu-Wangerooge. 82 Wangerooger weigerten sich nach der Neujahrsflut 1855 die verwüstete Insel zu verlassen. Sie gründeten 1865 ein neues Inseldorf im damaligen Osten der Insel am 1856 fertiggestellten Alten Leuchtturm.

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Mitte des 19. Jahrhunderts rückte Wangerooge in das Interesse von Preußen. Der Staat plante in Wilhelmshaven einen Kriegshafen an der Nordsee für die Preußische Marine. Das Deutsche Reich als Preußens Nachfolger investierte ab 1870 über 1 Million Goldmark für den Inselschutz. Zunächst wurde die bis dahin dreigeteilte Insel 1874 durch den Reichsdeich und die Reichsmauer miteinander verbunden. An der gefährdeten Abbruchkante im Nordwesten wurden stabilisierende Deckwerke gebaut. Auch sicherten Deiche und Buhnen die Insel gegen die Abdrift ihrer Sandmassen nach Osten in das Jadefahrwasser (der Schifffahrtsrinne zum Kriegshafen). Dem gleichen Zweck dienten die östlich anschließenden Buhnenbauwerke der Minsener Oog.

Im 20. Jahrhundert trafen die Insel schwere Sturmfluten in den Jahren 1906, 1916, 1926, 1936, 1973 und 1976. Die letzte schwere Sturmflut, die Schäden im Inseldorf verursachte, war die Sturmflut vom Februar 1962. Dabei drang Wasser von der Wattseite im Süden bis ins Ortszentrum ein und überflutete damals auch den noch unbebauten Dorfgroden. Zur Erinnerung an die Flut wurde am Deich südlich des Neubaugebietes Dorfgroden eine Gedenkstelle errichtet, die aus dem alten, damals gebrochenen Deichscharttor besteht. Die Flut traf auch die Schutzwerke an der Nordwestseite schwer. Sie wurden daraufhin zwischen 1962 und 1964 als vergossenes Deckwerk mit Bruch- und Betonsteinen verstärkt.

Heute ist der Inselkörper zur Seeseite gegen Wellengang und Strömung des Meeres durch Dünen geschützt, an denen sich auf rund 4 km Länge weitere Schutzeinrichtungen aus Deckwerken befinden. Die Dünen haben sich größtenteils erst durch gezielte Maßnahmen seit Anfang des 20. Jahrhunderts gebildet und unterliegen als wichtigstes Element gegen Sturmfluten einem besonderen Schutz. Das Betreten der (größtenteils eingezäunten) Dünen am Strand ist daher nicht gestattet. Eine weitere besondere Schutzeinrichtung ist die Buhne H, die das größte Buhnenbauwerk an der deutschen Nordseeküste darstellt. Ab 1938 wurde sie vom Westende aus auf 1,5 km Länge in das Seegatt der Harle hineingebaut, aber wegen des Krieges nicht vollendet. Zum Schutz der Wattseite der Insel entstand ab Anfang des 20. Jahrhunderts ein 6 km langer Deich, an dessen Errichtung auch 80 Strafgefangene aus dem Gefängnis in Vechta beteiligt waren. Der Deichbau diente in erster Linie der Landsicherung, aber auch der Gewinnung von Grasland für Weide und Heu, indem Salzwiesen dem Meereseinfluss entzogen wurden. Nach der Orkanflut von 1962 wurden alle Deiche auf 6 m erhöht. Trotz aller Sicherungsmaßnahmen verliert der Sandstrand in Höhe des Inseldorfes regelmäßig große Mengen an Sand. Zum Ausgleich müssen diese Mengen jährlich ab dem 15. März durch das Heranfahren von Sand vom Ostende ersetzt werden, was sehr kostenintensiv ist und durch die Kurverwaltung durchgeführt wird. Weitere Maßnahmen werden vom Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven getragen, zu dessen Aufgaben die Sicherung der Insel zur Erhaltung eines stabilen Jadefahrwassers gehört.

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Tourismus und Kurort

Einer der ersten prominenten Badegäste 1821: Landesherr Herzog Peter Friedrich LudwigAls die Insel 1804 zum Seebad wurde, setzte der wirtschaftlich lohnende Bädertourismus mit Kurbetrieb ein, von dem die Inselgemeinde noch heute lebt. In diesem Jahr legte Friederike Auguste Sophie zu Anhalt-Zerbst den Grundstein des Tourismus. Als Landesherrin der Herrschaft Jever stiftete sie symbolisch einen Badekarren. Zu dieser Zeit war Jever Teil des russischen Zarenreichs. Aufgrund der napoleonischen Kriege und verschiedener Besetzungen setzte das Badeleben erst 1818 verstärkt ein. 1823 zählte man bereits 1.800 Gäste. Prominente Badegäste dieser Zeit waren der Landesherr Herzog Peter Friedrich Ludwig und seine Enkelin Amalie von Griechenland. 1823 kam die 12-jährige Prinzessin Auguste von Weimar mit Hofstaat. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zwei Logierhäuser mit jeweils rund 50 Zimmern. Das vorläufige Ende des Badebetriebs war die verheerende Sturmflut von 1854/55. Erst 20 Jahre später siedelten sich wieder verstärkt Bewohner an. Ab 1880 bereicherten eine Giftbude und ein Warmbadehaus den Badeurlaub. Seit 1892 wird Kurtaxe erhoben.

Im 20. Jahrhundert machte sich in der Zeit des Nationalsozialismus der Bäder-Antisemitismus auch verstärkt auf Wangerooge breit. Bereits 1920 gab es Berichte, dass gehäuft Zettel mit antisemitischen Parolen auf der Insel kursierten und am Strand Hakenkreuz-Fahnen gehisst würden. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde der Tourismus wegen der militärischen Bedeutung der Insel eingestellt. Die Bombenschäden des alliierten Luftangriffs von 1945 an den Wohnhäusern waren bereits 1948 weitgehend behoben. Schon in den 1950er Jahren setzte der Fremdenverkehr wieder ein, allerdings unter den erschwerten Bedingungen der Nachkriegszeit. Badegäste entlohnten ihre Vermieter häufig in Naturalien oder mitgebrachten Baumaterialien. 1956 wurde ein Meerwasser-Bad eingerichtet, das zu dieser Zeit das größte Freibad auf den ostfriesischen Inseln war. 1962 wurde Wangerooge zum Niedersächsischen Staatsbad. Seit 1986 trägt es den Titel nicht mehr, da die Gemeinde das Nordseebad führt. Seit 1975 ist die Insel Nordseeheilbad.

Im Jahr 2004 feierte die Insel Wangerooge ihr 200-jähriges Bestehen als Seebad. Kuren auf der Insel sind vor allem angezeigt bei Erkrankungen der Atemwege, Herz- und Kreislaufstörungen sowie allergischen Erkrankungen und Hautleiden. Im Sommer steigt die Zahl der Feriengäste auf ein Mehrfaches der Einwohnerzahl an. Während der Hochsaison halten sich bis zu 10.000 Übernachtungsgäste sowie weitere 2.000 Tagesausflügler auf der Insel auf. Im Jahr sind es rund 500.000 Übernachtungen.

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Stürme

Alter Westturm von 1602, Aufnahme um 1900
Heutiger, neuer Westturm von 1932 mit JugendherbergeIm Laufe der Inselgeschichte kam es zum Bau von insgesamt drei (West-)Türmen, von denen heute nur noch der letzte Turm von 1932 besteht. Die Turmbauten hatten jeweils unterschiedliche Funktionen.

Der erste, vermutlich im 14. Jahrhundert errichtete Westturm war der Kirchturm der Nikolai-Kirche im Inseldorf. Die Inselkirche war dem Heiligen Nikolaus als Schutzpatron der Seefahrer gewidmet. Sie befand sich etwa 5 km westlich vom heutigen Westrand der Insel und diente Schiffen als Landmarke zur Orientierung. Als infolge der Ostverlagerung der Insel das Meer näher rückte, mussten Dorf mit Kirche und Friedhof aufgegeben werden. Um 1590 stürzte der Nikolaiturm infolge der Meereseinwirkung ein. Seine 15 m hohe Ruine diente noch lange als Seezeichen.

Der zweite Westturm wurde nach fünfjähriger Bauzeit 1602 als Leuchtturm eingeweiht und war das erste Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste. Mit dem Bau des Turms wurde auch dem Wunsch Bremer Kaufleuten nach einer Landmarke für ihre in die Weser einfahrenden Schiffe entsprochen. Dadurch wurden sie zollpflichtig und die Zollgebühren waren lange die bedeutendsten Staatseinnahmen des Großherzogtums Oldenburg. Im Spitzdach des Turms war ein Laternenraum mit 48 Fenstern, im dem das Leuchtfeuer zunächst mit Pflanzenöl betrieben wurde. Später brannte es auf einem nahegelegenen kleineren Turm mit Steinkohle. Dann diente noch das dreispitzige Dach des Westturms Schiffen zur Orientierung. Er war ein 50 m hohes Mehrzweckgebäude und diente auf fünf Stockwerken als Kirche, Zufluchtsort bei Sturmfluten, Gefängnis, Eiskeller und Lagerraum für Strandgut. Im ersten Obergeschoss befand sich der Kirchenraum, der 130 Personen Platz bot.

Der Westturm von 1602 besteht heute nicht mehr. Als sich bei einer Sturmflut 1860 Risse im Mauerwerk zeigten, wurde die gesamte Einrichtung der Turmkirche in die alte Vogtei verbracht. Dort ging sie zwei Jahre später bei einer weiteren Sturmflut verloren. Um 1900 stand der schon beschädigte Turm weit im Wasser und wurde Ende 1914 vorgeblich aus militärischen Gründen gesprengt. Er sollte im beginnenden Ersten Weltkrieg bei einem englischen Seeangriff kein markantes Seezeichen bieten. Nach einer inoffiziellen Version war der Grund von der Marine vorgeschoben, um sich des Bauwerks zu entledigen, für dessen kostspielige Erhaltung sie zuvor zuständig war. Das runde Fundament wurde später in ein Buhnenbauwerk aufgenommen. Es ist noch heute bei Niedrigwasser in der Nähe des neuen Leuchtturmes im Westen der Insel zu erkennen und zu begehen.

Wenige Jahre nach der Sprengung des Turms 1914 entstand die Idee, einen Turm für die Jugend zu errichten. 1932 wurde der Neue Westturm an einer anderen Stelle (ca. 900 m südlicher) nach dem Vorbild des Vorgängerturms neu errichtet. Er entstand bei einem freiwilligen Arbeitseinsatz der Deutschen Turnerjugend. Der Ziegelsteinbau mit einem quadratischem Grundriss von 12 × 12 m ist 56 m hoch und hat acht Stockwerke. Mit dem stabilen Geestuntergrund der Insel verbindet ihn ein 15 m tiefes Fundament. Bei der Fertigstellung Pfingsten 1933 übernahmen sogleich die neuen Machthaber den Turm und nutzen ihn als Herberge für die Hitlerjugend, die bei der Gleichschaltung 1933 den Jugendherbergsverband übernahm. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Turm Jugendherberge des DJH, wobei 2005 neben dem Turm ein großzügiger Jugendherbergsneubau entstand.

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Kirchen
Wangerooge besitzt zwei Kirchenbauten: die evangelische Pfarrkirche St. Nikolai und die katholische Pfarrkirche St. Willehad. Letztere ist besonders beliebt bei den zahlreichen Touristen während der Ostertage und der Sommerferien. Ihr Pfarrer, Kurt Weigel, bietet zusammen mit seinem Urlauberseelsorgeteam ein breit gefächertes Programm für Touristen und Einheimische.

St. Nikolai: Das evangelische Kirchengebäude steht seit 1910 direkt neben dem alten Leuchtturm. Vor dem Umbau stand an diesem Ort eine 1866 erbaute Kapelle. Die Kirche des 1586 zerstörten Westdorfes der Insel trug auch die Bezeichnung St. Nicolai. Die Namensgebung ist auf den heiligen Nikolaus zurückzuführen, der Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute ist. Während des Mittelalters wurde er besonders im norddeutschen Küstengebiet verehrt und viele Kirchen tragen seinen Namen. Die Bedeutung des Schutzheiligen lässt sich daran ablesen, dass vor 1800 auf Wangerooge der Nikolaustag ein höherer Feiertag als Weihnachten war.
St. Willehad: Das seit 1963 bestehende neue katholische Kirchengebäude der Insel ist nach dem Missionsbischof der Friesen Willehad benannt. Die vorherige, 1901 an der Schulstraße erbaute Kirche wurde am 25. April 1945, zusammen mit dem benachbarten Willehad-Stift, beim alliierten Luftangriff auf Wangerooge zerstört. Die katholische Gemeinde von Wangerooge wird kirchlich vom Bistum Münster verwaltet.
Die Neuapostolische Kirche ist auf Wangerooge mit einer kleinen Gemeinde im Freesenhus vertreten, die vom Ältestenbezirk in Wilhelmshaven betreut wird.

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Friedhöfe und Gedenkstätten

Kriegsgräber-FriedhofWestlich des Inseldorfes im Dünengebiet befindet sich ein Friedhof mit Friedhofskapelle. 1951 legte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) daneben einen Ehrenfriedhof für die Opfer des Luftangriffs von 1945 an, auf den 238 Opfer umgebettet wurden. In den Dünen östlich der Aussichtsdüne gibt es einen zum Kriegsgrab erklärten Bunker. Der mit 20 Personen besetzte Befehlsbunker erhielt bei dem Luftangriff einen Volltreffer. Da er nur noch Leichenteile enthielt, wurde er verschlossen. Heute mahnen eine Inschriftenplatte und ein großes Kreuz an das Ereignis.


 
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