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St. Laurentii in Süderende auf Föhr

Natur-Kultur

Der Friedhof von St.L aurentii war bis zum Beginn des vergangenen Jahrhundernts nur von einem Steinwall umgeben und ausgesprochen schmucklos. Das Pflanzen von Hecken, Sträuchern und Blumen auf den Gräbern hat sich erst spät eingebürgert. Das Aussehen des alten Friedhofes prägten nur die Grabsteine und das zwischen ihnen wachsende Gras. Bis in die 60er Jahre hinein hatte der Küster von St.Laurentii das Recht, das Gras auf dem Friedhof auf eigene Rechnung zu mähen und Heu zu machen.

Zu jeden Haus des Kirchspiels gehörten früher auch einige Grabplätze auf dem Friedhof. Diese wurden mit dem Hausvererbt oder verkauft. Es waren nicht eigentlich Familien, sondern Hausgrabstätten. Bis heute haben die einzelnen Dörfer des Kirchspiels auf dem Friedhof, "Ihren" Bereich, Utersum z.B. im Südwesten.

So gewann der viel leichter zu bearbeitende Sandstein Eingang auf den Friedhöfen der Nordfriesischen Inseln und drängte den Feldkopfstein zurück, der dann ,,Arme-Leute-Stein" wurde. Die großen liegenden Platten waren besonders im 16. und 17. Jahrhundert verbreitet. Sie sind aus Wesersandstein aber auch aus dem fast schwarzen Namurer Marmor (Namur liegt am westl. Fuß der Ardennen/Belgien) Heute findet man nur noch einige dieser Platten in der Kirche, im Norderquerhaus (Nr.21) und vor dem Altar.

Denn im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden viele Grabplatten wohl aus Platzmangel  gespalten und als Stelen wiederverwendet.
Außerdem verkaufte die Kirchengemeinde solche Platten als Baumaterial, häufig dienten Sie dann als "drampel" (Türschwelle) so z.B. im Flur des Hauses Nr.27 in Süderende und bei den Häusern Nr.43 und Nr.69 in Oldsum.

Materialien und Formen:
Die Form der Grabmale spiegelt nicht nur die Epochen der Kunstgeschichten und den Zeitgeschmack wider, sondern auch die Wirtschafts und Sozialgeschichte des Kirchspiels und seine soziale Stuktur.
Das schlichteste und älteste Grabmal ist der Feldkopfstein, ein kopfgroßer Stein aus Granit, der kaum behauen wurde, und meist nur mit den lnitialen des Verstorbenen und dem Todesjahre versehen wurde.


An der Südseite der Kirche  nahe dem Turm sind einige solcher Feldkopfstein (eN r. 1B) zu sehen. Ausgediente Feldkopfsteine wurden zum Deichbau und beim Aufsetzen von Steinwällen z.B. um die Häuser
Nr. 57 und Nr. 67 in Süderende verwendet und sind heute noch dort zu entdecken.
Als der Walfang und die Seefahrt um 1650 an wirtschaftlicher Bedeutung gewannen, wuchsen Handelsbeziehungen im gesamten Nordseeraum.


Die Stele (griech Säule, Grabsäule, ein schmaler aufrechtstehender Grabstein) aus Sandstein ist der für die Inselfriedhöfe klassische Grabstein  des 18. und 19. Jahrhunderts geworden, und sie wird z.T. bis heute verwendet. In der Bekrönung enthält die Stele meistens eine bildhafte Darstellung, die häufig von einem Spruchband umgeben ist ( Nr.7 ). Dann folgte in Text, der ausführliche Lebensweg der Verstorbenen  schildert. Im unteren Bereich befindet sich oft ein Spruch oder eine weitere bildliche Darstellung.
Viele Stelen sind im Laufe der Zeit abgeschliffen worden, wobei oft auch die alte Bekrönung erhalten blieb. Einige davon waren in der Vergangenheit farbig bemahlt, was teilweise auch noch erkennbar ist.

Die Fliese besteht aus roten Sandstein, der im nördlichen Westfalen oder im Solling gebrochen und abgebaut wurde. Die Fliese hat in der Mitte eine Bohrung, und wurde so mit Hilfe eines Dübels an einem senkrecht im Erdreich eingesetzten Holz oder  Walknochen befestigt. Nennenwert sind auch die wenigen klassizistischen Steine aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts (Nr.10), die schon fast wie Fremdkörper auf dem Friedhof wirken. Diese verzichten auf biographische Ausführlichkeit und sind  in Ihrem figürlichen Schmuck einfach schlicht gehalten und vom Geist jener Zeit geprägt.


 
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